Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie
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Chronischer Bauchschmerz ohne Befund? Das ACNES-Syndrom als unterschätzte Differentialdiagnose und dessen Therapie durch die neue minimal-invasive Neurektomie
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Hintergrund und Ziel: Patienten mit chronischen Bauchwandschmerzen durchlaufen oft jahrelange diagnostische Odysseen. Eine häufige, in Deutschland jedoch massiv unterdiagnostizierte Ursache ist das Anterior Cutaneous Nerve Entrapment Syndrome (ACNES). Da viszeralchirurgische Routine-Diagnostik (CT, Laparoskopie) hierbei unauffällig bleibt, wird das Syndrom oft verkannt. Ziel dieser Arbeit ist es, das Bewusstsein für dieses Krankheitsbild zu schärfen und eine neuartige, minimal-invasive operative Therapie (MEPONE) vorzustellen, die spezifische Nachteile der klassischen offenen Verfahren umgeht.
Methode: Vorgestellt wird eine monozentrische Fallserie (Hamar Sykehus, Norwegen; 05/2021–10/2024) zur Etablierung der „Minimal-Invasive Endoscopic Posterior Neurectomy“ (MEPONE). Diese Technik nutzt einen extraperitonealen Zugang (analog eTEP), um die betroffenen Interkostalnerven retrorektal zu identifizieren und proximal der Einklemmungsstellen zu resezieren, ohne die Bauchhöhle zu eröffnen.
Ergebnis: Eingeschlossen wurden 21 Patienten (14w/7m; Ø Alter 44 Jahre, Ø BMI 28,5 kg/m2) mit insgesamt 24 Prozeduren. Bei 25% der Eingriffe handelte es sich um Rezidiveingriffe nach Voroperationen. Die mittlere Operationszeit betrug 35 ± 9 Minuten, wobei die Lernkurve nach ca. 10 Fällen ein Plateau erreichte. Es traten keine intraabdominellen Verletzungen auf. Der mittlere Schmerzscore (NRS) sank signifikant von präoperativ 6,6 ± 1,6 auf 2,4 ± 2,2 nach 12 Monaten (p < 0,001). Eine vollständige Beschwerdefreiheit oder signifikante Besserung (>50% Schmerzreduktion) wurde bei 76,2% der Patienten erreicht.
Zusammenfassung: ACNES ist eine relevante Differentialdiagnose bei unklarem Abdominalschmerz („Carnett-Zeichen“). Die MEPONE-Technik bietet eine sichere, minimal-invasive Therapieoption mit hoher Erfolgsrate. Aufgrund des extraperitonealen Vorgehens und der geringen Morbidität eignet sich das Verfahren hervorragend zur Implementierung in das viszeralchirurgische Spektrum, um die Versorgungslücke für diese Patienten zu schließen.



