Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie
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Lebensqualitätsveränderungen nach pankreaschirurgischen Eingriffen: 1-Jahres-Ergebnisse der prospektiven PS-PROM-Studie
Text
Hintergrund und Ziel: Pankreaschirurgische Eingriffe sind mit erheblicher Morbidität und potenziell dauerhaften funktionellen sowie psychischen Beeinträchtigungen verbunden. Bisher liegen nur begrenzt prospektive Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität aus Sicht der Betroffenen vor. Ziel dieser Arbeit war es, Lebensqualität, psychische Belastung und subjektive Zufriedenheit nach pankreaschirurgischen Operationen über zwölf Monate zu erfassen und den Einfluss von Grunderkrankungen (gutartig vs. bösartig) sowie Operationsverfahren differenziert zu analysieren.
Methode: In eine multizentrische, prospektive Beobachtungsstudie (PS‑PROM) wurden am Standort Bochum 111 erwachsene Patientinnen und Patienten mit pankreaschirurgischer Indikation eingeschlossen. Die Erhebung erfolgte zu drei Messzeitpunkten: präoperativ (T1), sechs (T2) und zwölf Monate postoperativ (T3). Eingesetzt wurden validierte PROM‑Instrumente (EQ‑5D‑5L, EORTC QLQ‑C30, EORTC QLQ‑PAN26, HADS sowie ein vierteiliger Zufriedenheitsfragebogen). Die statistische Auswertung umfasste deskriptive Kennzahlen, paarige Tests (t‑Test/Wilcoxon) und gemischte Varianzanalysen zur Prüfung von Zeit‑, Gruppen‑ und Interaktionseffekten.
Ergebnis: Der EQ‑5D‑5L‑Indexwert war 6 Monate postoperativ signifikant reduziert (p<0,001) und näherte sich nach 12 Monaten wieder dem präoperativen Niveau an. Die körperliche Funktion (QLQ‑C30) blieb auch nach einem Jahr signifikant eingeschränkt, die Rollenfunktion zeigte nur eine partielle Erholung. Die emotionale Funktion verbesserte sich im Verlauf, insbesondere bei gutartigen Grunderkrankungen. Der PAN26‑Fragebogen zeigte persistierende Symptome, vor allem Fatigue und therapiebedingte Nebenwirkungen, ausgeprägter bei bösartigen Erkrankungen. In der HADS stiegen die Depressionswerte bei malignen Grunderkrankungen signifikant an, während die subjektive Lebenszufriedenheit insgesamt über den Beobachtungszeitraum weitgehend stabil blieb.
Zusammenfassung: Pankreaschirurgische Eingriffe führen zu einer vorübergehenden Einbuße der Lebensqualität und anhaltenden körperlichen Einschränkungen, während sich emotionale Zufriedenheit im Langzeitverlauf weitgehend stabilisieren. Patienten mit bösartigen Erkrankungen weisen eine höhere psychische Belastung und ausgeprägtere Nebenwirkungen auf. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer PROM‑basierten, patientenzentrierten Nachsorge, um vulnerable Subgruppen zu identifizieren und funktionelle wie psychische Langzeitfolgen gezielt adressieren zu können.



