Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie
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Validierung und Eignung des Tampa Difficulty Score zur Bewertung des Operationsschwierigkeitsgrades in der robotischen Leberchirurgie
Text
Hintergrund und Ziel: Mit der zunehmenden Etablierung robotischer Operationssysteme in der Leberchirurgie gewinnt die standardisierte Klassifizierung des Operationsschwierigkeitsgrades an Bedeutung, um geeignete Eingriffe für Ausbildungszwecke zu identifizieren. Für die robotische Leberchirurgie wurde der Tampa Difficulty Score entwickelt, der Eingriffe in vier Kategorien einteilt. Ziel dieser Arbeit war die Validierung dieses Scoring-Systems anhand einer retrospektiven Stichprobe.
Methode: Es erfolgte eine monozentrische, retrospektive Analyse von 79 Patienten, die zwischen 2018 und 2024 einer robotischen Leberresektion unterzogen wurden. Ausgeschlossen wurden atypische Resektionen oder Operationen mit zusätzlichen Interventionen an anderen Organen. Gruppenunterschiede zwischen den vier Tampa-Score-Gruppen wurden mit deskriptiver und inferenzstatistischer Analyse (Kruskal-Wallis, Chi2-Test, Mann-Whitney-U-Test, exakter Test nach Fisher) sowie Effektstärkenbestimmung untersucht. Post-hoc-Analysen erfolgten mit Kruskal-Wallis-Test und Bonferroni-Holm-Korrektur. Lineare Zusammenhänge zwischen Score und Parametern wurden mittels Spearman-Korrelation geprüft.
Ergebnis: Hinsichtlich folgender relevanter perioperativer Parameter konnten signifikante Gruppenunterschiede zwischen den Tampa Difficulty Score Gruppen belegt werden: Anteil der Major-Resektionen (p<.001), das Resektatgewicht (p<.001), die Tumorgröße (p=.012), Operationsdauer (p<.001), intraoperativer Blutverlust (p<.001), Dauer des Aufenthaltes auf der Intensivstation (p=.002) sowie auf der Normalstation (p=.005). Es ergaben sich im Rahmen der Post-Hoc-Analysen signifikante Gruppenunterschiede zwischen der zweiten und dritten Tampa-Score-Gruppe hinsichtlich Blutverlust, Operationszeit, Resektatgewicht, Tumorgröße und Intensivaufenthalt. Die übrigen Post-Hoc-Vergleiche variierten hinsichtlich ihres Signifikanzniveaus und der Gruppenunterschiede in Abhängigkeit des jeweiligen Parameters. Zwischen dem Tampa Difficulty Score und folgenden Parametern zeigten sich signifikante und hohe, positive lineare Zusammenhänge: der Anteil an Major-Resektionen (|ρ|=.651; p<.001), die Operationsdauer (|ρ|=.715; p<.001), der Blutverlust (|ρ|=.507; p<.001) sowie das Resektatgewicht (|ρ|=.578; p<.001).
Zusammenfassung: Der Tampa Difficulty Score konnte in dieser Untersuchung sowohl hinsichtlich Gruppenunterschieden als auch linearer Zusammenhänge validiert werden. Limitation ist die geringe Fallzahl; prospektive Analysen sind erforderlich.



