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52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie


06.-08.05.2026
Würzburg

Meeting Abstract

Der transrectale oder transvaginale Schall beim distalen Harnleiterstein: Das diagnostische Mittel der ersten Wahl?

Michael Schardt - Asklepios Klinik Lindau, Urologie, Lindau, Deutschland
Sarah Schmidberger - Praxis, Urologie, Tettnang, Deutschland

Text

Einleitung: Das low-dose CT vom Abdomen ist auch bei prävesikalen Harnleitersteinen die Untersuchungsmethode der ersten Wahl, obwohl jeder Urolog*in für die Steindiagnostik beim prävesikalen Harnleiterstein bei der Ultraschalluntersuchung eine Rectalsonde zur Verfügung hätte. Während beim Aufsuchen des proximalen Steines ein high-end Gerät von Vorteil ist, reicht für die Sicherung des prävesikalen Harnleitersteines eine Rectalsonde eines niedrig-preisigen Schallgerätes, die einen Stein im Harnleiter sicher in den letzten 4 cm aufsuchen lässt.

Methodik: In der Aklepios-Klinik Lindau stand uns ein high-end Gerät der Fa. Samung WS80A in der gynäkologischen Abteilung zur Verfügung, für den Erstkontakt in der urologischen Praxis wurde ein Mindray-Gerät M6 verwendet.

Ergebnisse: Mittlerweile sind im Patientenkollektiv 423 Patienten erfasst. 156 Pat. (37%) hatten ihren Stein proximal zwischen Nierenbeckenabgang und iliakaler Gefäßkreuzung, 267 Pat. (63%) hatten den Stein distal der Gefäße. Bei 147 Pat. (94%) wurde der proximale Stein auch sonographisch mit und ohne CT-Kenntnis verifiziert; bei 87 Pat. (57%) wurde keine CT-Untersuchung durchgeführt, auch nicht vor der endoskopischen Steinsanierung. Bei den 267 distalen Harnleitersteinen wurde der Stein bei 251 Pat. (94%) transrectal, bei Frauen durch den transvaginalen Schall nachgewiesen; dass bei den letzten 43 Pat. der distale Stein nur bei 6 Pat. (14%) transabdominal gesehen wurde, unterstreicht die Bedeutung dieser Untersuchungsmethode. Bei 191 Pat. (71%) mit distalen Steinen wurde gänzlich auf ein CT verzichtet. Das Twinklingzeichen, durch Einschalten des Farbmodus, war von 107 Pat. nur bei 38 Pat. (35%) positiv verwertbar.

Schlussfolgerung: Harnleitersteine mit Nierenkoliken lassen sich zu > 90% mit dem Utraschall erkennen, unabhängig von ihrer Lage. Bei den prävesikal liegenden Steinen könnte der Urolog*in durch den transrectalen/transvaginalen Ultraschall den Stein schnell und sicher erkennen, bei den Männern allerdings nur in den letzten 4 cm, und den Abgang kontrollieren. Das Twinkling-Zeichen hat in unserem Kollektiv nicht so eine tragende Rolle, sichert aber schneller den distalen Stein bei der abdominalen/transvesikalen Ultraschalluntersuchung.