52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
Der transrectale oder transvaginale Schall beim distalen Harnleiterstein: Das diagnostische Mittel der ersten Wahl?
Text
Einleitung: Das low-dose CT vom Abdomen ist auch bei prävesikalen Harnleitersteinen die Untersuchungsmethode der ersten Wahl, obwohl jeder Urolog*in für die Steindiagnostik beim prävesikalen Harnleiterstein bei der Ultraschalluntersuchung eine Rectalsonde zur Verfügung hätte. Während beim Aufsuchen des proximalen Steines ein high-end Gerät von Vorteil ist, reicht für die Sicherung des prävesikalen Harnleitersteines eine Rectalsonde eines niedrig-preisigen Schallgerätes, die einen Stein im Harnleiter sicher in den letzten 4 cm aufsuchen lässt.
Methodik: In der Aklepios-Klinik Lindau stand uns ein high-end Gerät der Fa. Samung WS80A in der gynäkologischen Abteilung zur Verfügung, für den Erstkontakt in der urologischen Praxis wurde ein Mindray-Gerät M6 verwendet.
Ergebnisse: Mittlerweile sind im Patientenkollektiv 423 Patienten erfasst. 156 Pat. (37%) hatten ihren Stein proximal zwischen Nierenbeckenabgang und iliakaler Gefäßkreuzung, 267 Pat. (63%) hatten den Stein distal der Gefäße. Bei 147 Pat. (94%) wurde der proximale Stein auch sonographisch mit und ohne CT-Kenntnis verifiziert; bei 87 Pat. (57%) wurde keine CT-Untersuchung durchgeführt, auch nicht vor der endoskopischen Steinsanierung. Bei den 267 distalen Harnleitersteinen wurde der Stein bei 251 Pat. (94%) transrectal, bei Frauen durch den transvaginalen Schall nachgewiesen; dass bei den letzten 43 Pat. der distale Stein nur bei 6 Pat. (14%) transabdominal gesehen wurde, unterstreicht die Bedeutung dieser Untersuchungsmethode. Bei 191 Pat. (71%) mit distalen Steinen wurde gänzlich auf ein CT verzichtet. Das Twinklingzeichen, durch Einschalten des Farbmodus, war von 107 Pat. nur bei 38 Pat. (35%) positiv verwertbar.
Schlussfolgerung: Harnleitersteine mit Nierenkoliken lassen sich zu > 90% mit dem Utraschall erkennen, unabhängig von ihrer Lage. Bei den prävesikal liegenden Steinen könnte der Urolog*in durch den transrectalen/transvaginalen Ultraschall den Stein schnell und sicher erkennen, bei den Männern allerdings nur in den letzten 4 cm, und den Abgang kontrollieren. Das Twinkling-Zeichen hat in unserem Kollektiv nicht so eine tragende Rolle, sichert aber schneller den distalen Stein bei der abdominalen/transvesikalen Ultraschalluntersuchung.



