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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
10.-13.06.2026
Koblenz

Meeting Abstract

Digitale Therapie bei OAB – Ergebnisse der Evaluationsstudie von kontina®

Christian Hampel - Marienhospital Erwitte, Erwitte, Deutschland
M. Siebels - Urologie Pasing, München, Deutschland
S. Kabisch - Praxis Dr. med. Steffi Kabisch, Annaberg-Buchholz, Deutschland
A. Uhlemann - Apogepha Arzneimittel GmbH, Dresden, Deutschland
S. Witecy - Apogepha Arzneimittel GmbH, Dresden, Deutschland
H. Schulte-Baukloh - Urologie Turmstraße MVZ GmbH, Berlin, Deutschland

Text

Einleitung: Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) bieten neue Ansätze zur Therapie von Patientinnen und Patienten mit überaktiver Blase (OAB). Die DiGA kontina® vermittelt evidenzbasiertes Wissen sowie verhaltenstherapeutische Interventionen wie Blasentraining und die Modifikation des Trink- und Miktionsverhaltens in digitaler Form. Gleichzeitig stehen ein digitales Blasentagebuch sowie schnelle und effektive Hilfe bei imperativem Harndrang zur Verfügung. Ziel der hier vorgestellten Studie ist die Bewertung des klinischen Nutzens von kontina® im Vergleich zum Standard of Care (SoC).

Methode: In einer multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie wurden in dieser Interimsanalyse 73 Patientinnen und Patienten mit OAB mit oder ohne Dranginkontinenz oder Mischharninkontinenz mit dominierender Drangsymptomatik im Verhältnis 1:1 einer Interventionsgruppe (IG) oder Kontrollgruppe (KG) zugeteilt. Die IG nutzte kontina® über 12 Wochen, während die KG den SoC (papierbasiertes Infomaterial) erhielt. Datenerhebungen erfolgten nach 6 und 12 Wochen. Primäre Endpunkte waren die Veränderung der Miktionen pro 24 Stunden sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL), gemessen anhand des OAB-q. Sekundäre Endpunkte umfassten die Veränderung der Drangepisoden pro 24 Stunden und der Symptombelastung (ebenfalls OAB-q).

Ergebnisse: Die ersten Interimsergebnisse zeigen bereits nach 6 Wochen in der IG eine Reduktion der Anzahl der Miktionen um –0,9 (Baseline 8,05), während diese in der KG um +0,5 anstieg (Baseline 9,63). Zudem reduzierte sich in der IG die Anzahl der Drangepisoden um –53% und die Symptombelastung um –11,2 Punkte (KG: −8% bzw. −3,0 Punkte). Diese Effekte blieben nach 12 Wochen stabil oder verstärkten sich. Parallel dazu verbesserte sich die HRQoL in der IG (+9,5 Punkte) im Vergleich zur KG (+4,6 Punkte) in Woche 6 und Woche 12 (+14,2 Punkte IG bzw. +9,7 Punkte KG). Studienteilnehmende bewerteten dabei die DiGA als hilfreich und spürten eine deutliche Verbesserung ihrer Symptomatik.

Schlussfolgerung: Diese ersten Interimsergebnisse zeigen, dass kontina® eine wirksame digitale Therapieoption zur Symptomreduktion und Verbesserung der Lebensqualität bei Patientinnen und Patienten mit OAB mit und ohne Harninkontinenz darstellt. Die Integration von kontina® in die urologische Versorgung kann die Behandlung von OAB substanziell optimieren und den Behandlungserfolg sowie die Patientenzufriedenheit steigern.