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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
10.-13.06.2026
Koblenz

Meeting Abstract

Sieben auf einen Streich – klinischer Verlauf von 7 Notfallnephrektomien in 7 Tagen

Maximilian Brandt - Universitätsmedizin Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
M. Pötter - Universitätsmedizin Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
A. Ali - Universitätsmedizin Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
L.J. Frey - Universitätsmedizin Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
M. Kurosch - Universitätsmedizin Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
M.M. Kamal - Universitätsmedizin Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
R. Mager - Universitätsmedizin Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
A. Haferkamp - Universitätsmedizin Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland

Text

Einleitung: Die Indikation zur notfallmäßigen Nephrektomie ist äußerst selten. In der Literatur wird sie vornehmlich bei akuter, nicht beherrschbarer Blutung infolge eines Traumas, bei schwerer infektiöser Destruktion des Nierenparenchyms oder im Rahmen perioperativer Komplikationen beschrieben. Wir berichten über eine Fallserie von sieben notfallmäßigen Nephrektomien innerhalb eines Zeitraums von sieben Tagen an einem universitären Zentrum.

Methode: Es erfolgte eine retrospektive Analyse des klinischen Verlaufs von Patientinnen und Patienten, die innerhalb von sieben Tagen einer notfallmäßigen Nephrektomie aufgrund unterschiedlicher Indikationen unterzogen wurden. Erfasst wurden demografische Parameter, Komorbiditäten, präoperative Laborwerte, intraoperative Daten sowie das 30-Tage-Follow-up einschließlich Mortalität.

Ergebnisse: Das mittlere Alter der Patientenkohorte betrug 72,2 ± 10,3 Jahre; drei Patientinnen und vier Patienten wurden eingeschlossen. In vier Fällen bestand die Indikation aufgrund einer infizierten, septischen Niere, in drei Fällen lag eine Kombination aus Blutung und Infektion vor. Die häufigste zugrunde liegende Ätiologie war eine Urolithiasis.

Die mittleren präoperativen Laborwerte zeigten ein C-reaktives Protein (CRP) von 213 mg/l (± 173), eine Leukozytenzahl von 18,8 /nl (± 12,1) sowie einen Hämoglobinwert von 10,2 g/dl (± 2,1). Die durchschnittliche Operationsdauer betrug 118 ± 16,5 Minuten. Der mittlere Charlson-Comorbidity-Index lag bei 4,5. Innerhalb des 30-Tage-Follow-ups verstarb ein Patient.

Schlussfolgerung: Die notfallmäßige Nephrektomie stellt eine seltene, jedoch hochakute Indikation dar, die mit einer erheblichen perioperativen Morbidität und Mortalität assoziiert sein kann. Die hohe Komorbiditätslast der betroffenen Patientinnen und Patienten unterstreicht die Notwendigkeit einer konsequenten Versorgung mit zügiger Indikationsstellung zur Nephrektomie.