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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
10.-13.06.2026
Koblenz

Meeting Abstract

Ergebnisse der perkutanen Nephrolitholapaxie unter Verwendung verschiedener Energiequellen, bizentrischer Vergleich anhand der prospektiven APEROL Studie

Sarina Herrig - Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier, Urologie, Trier, Deutschland
F. Leboutte - Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier, Urologie, Trier, Deutschland

Text

Einleitung: Für die perkutane Nephrolitholapaxie (PCNL) existieren unterschiedliche Lithotripsietechniken. In dieser bizentrischen Studie wurde geprüft, ob das Ergebnis durch die verwendete Lithotripsieenergie beeinflusst wird.

Methode: In der Posthoc-Analyse der nicht-interventionellen, prospektiven, multizentrischen APEROL Studie (2021–2024) wurden Patienten mit unilateralen Steinsanierung mittels PCNL eingeschlossen. Patienten aus Trier und Regensburg wurden hinsichtlich der Lithotripsietechnik verglichen. Komplikationen wurden nach Clavien-Dindo kategorisiert.

Zur Berechnung der Steinvolumina erfolgten zwei verschiedene Methoden: Manuelle Messung von 1 bis zu 3 Diametern vs. automatisierter CT-basierter Volumenberechnung. Die Steinfreiheitsrate (SFR) wurde durch den intraoperativen Status und postoperativer Sonographie sichergestellt.

Ergebnisse: 125 Patienten (59 in Regensburg, 66 in Trier) wurden eingeschlossen. Primäre Energiequellen waren Laser (54,4%) und EMS-Trilogy (44%). In Regensburg erfolgte die Lithotripsie in 96,6% mittels Laser, in Trier in 81,8% mittels EMS Trilogy, in 16,7% mittels Laser. Das mediane manuell gemessene Steinvolumen betrug 1.698 mm³ in Regensburg und 1.086 mm³ in Trier, während die automatisierte Messung 1.653 mm³ bzw. 1.309 mm³ ergab, ohne signifikanten Unterschied zwischen den Zentren (p = 0,13). In Trier zeigte sich im Vergleich zur 3D Volumetrie eine Unterschätzung (−28 %; p = 0,01) und in Regensburg eine Überschätzung des manuellen Volumens (+8%; p = 0,34). Die mediane intrarenale Operationszeit war mit Laserdesintegration kürzer (28,5 min vs. 35 min; p=0.033). Nach Adjustierung an das Steinvolumen blieb die Differenz signifikant (mittlere Differenz = -15,44 min; p<0,001). Es gab keine signifikanten Unterschiede bzg. SFR (Laser 85,3% vs. EMS 72,8%; p=0.222) oder Reintervention (Laser 19,1% vs. EMS 23,6%; p=0,8706). In der univarianten Analyse war ein erhöhter BMI mit vermehrten Komplikationen assoziiert (p=0,04).

Schlussfolgerung: In unserer Kohorte ist der Einsatz zur Steinfragmentierung mit dem EMS Trilogy im Vergleich zum Laser auch nach Adjustierung an das Steinvolumen zur Steinfragmentierung mit einer signifikant verlängerten intrarenalen Zeit assoziiert. Komplikations- und SFR unterschieden sich nicht. Die händische Durchmessermessung zeigte eine hohe interzentrische Varianz mit sowohl Unter- als auch Überschätzung des Steinvolumens, weshalb für vergleichende Studien die standardisierte 3D-Volumetrie bevorzugt eingesetzt werden sollte.