66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
Wirkung eines mit Polyphenolen angereicherten Olivenpresswassers auf die PD-L1 und PD-L2 Expression in Urothelkarzinom-Zelllinien – erste Daten und Projektskizze
Text
Einleitung: Checkpoint-Inhibitoren sind zur Behandlung des fortgeschrittenen Urothelkarzinoms zugelassen und können bei Patienten mit einem hohen PD-L1-Expressionsstatus zu einem verbesserten Ansprechen und Überleben führen. Neue Studien verweisen darauf, dass natürliche Polyphenole immunregulatorische Funktionen besitzen. Geplant ist, die Bedeutung eines mit Polyphenolen angereicherten Olivenpresswassers (OMWW) auf die PD-L1 und PD-L2 Expression in Urothelkarzinom-Zelllinien zu evaluieren.
Methode: Anhand von Dosis-Wirkungs-Analysen werden wachstumshemmende Effekte von OMWW an fünf humanen Urothelkarzinom-Zelllinien (RT4, RT112, T24, TCCSup, KU1919) über drei Tage hinweg (24/48/72 h) mittels MTT-Assay ermittelt. Die Untersuchungen erfolgen jeweils an sensitiven und Cisplatin-resistenten Zellen. FACS-Analysen dienen zur initialen Bestimmung der Oberflächenexpression von PD-L1 und PD-L2 Rezeptoren. Zusätzlich werden die Tumorzellen mit dem Zytokin IFN-γ inkubiert, um eine verstärkte PD-L-Expression auf der Zellmembran und darüber einen onkogenen Stimulus zu induzieren. Stimulierte (therapeutischer Ansatz) und nicht stimulierte Tumorzellen (präventiver Ansatz) werden mit OMWW behandelt, der PD-L-Rezeptorstatus ermittelt und mit dem Tumorwachstum abgeglichen. Im stimulierten Setting werden die Zellen entweder vor oder nach IFN-γ Aktivierung mit OMWW versetzt. Eine nachfolgende Western Blot Analyse dient der Darstellung PD-L abhängiger Signalwege.
Ergebnisse: OMWW bewirkte in den untersuchten Zelllinien eine konzentrations- und zeitabhängige Reduktion des Tumorwachstums. IFN-γ führte in den Urothelkarzinom-Zelllinien zu einer signifikanten Hochregulation von PD-L1 sowie PD-L2 auf der Zelloberfläche. Die PD-L1 Expression korrelierte mit dem Differenzierungsgrad der Tumorzellen. Für die PD-L2 Expression traf dies nicht zu, so dass von verschiedenen Regulationsmechanismen auszugehen ist. Aktuelle Experimente konzentrieren sich nun auf die vergleichende Analyse des therapeutischen versus präventiven Behandlungsansatzes. Bezüglich der Proteinanalyse liegt der Fokus auf der Modulation des EGFR/MEK/ERK Signalwegs durch OMWW sowie der Darstellung der Differenzierungsmarker E-Cadherin, N-Cadherin und Vimentin.
Schlussfolgerung: Pilotstudien verweisen auf eine unterschiedliche Bedeutung der PD-L1 und PD-L2 Rezeptoren in Blasenkarzinomzellen. Nachfolgende Studien sollen diesen Aspekt aufgreifen und herausarbeiten, in welchem Rahmen OMWW die Signalaktivität von PD-L1 versus PD-L2 beeinflusst und in welchem Rahmen die OMWW-Wirkung mit dem Differenzierungsgrad der Tumorzellen korreliert.



