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188. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
06.-07.02.2026
Bochum

Meeting Abstract

Bilaretale CMV-Retinitis bei einem Patienten mit Graft-Versus-Host-Disease im Rahmen eines T-Zell-Lymphoms

Antonia Tönsmann - Dortmund
E. Kardes - Dortmund
S. Karapinar - Dortmund
F. Saidi - Dortmund
M. Kohlhaas - Dortmund

Text

Hintergrund: Die Cytomegalovirus (CMV)-Retinitis ist eine der häufigsten Komplikationen bei stark immunsupprimierten Patienten, beispielsweise solchen mit erworbenem Immunschwächesyndrom. Sie wurde auch bei Patienten mit Lymphomen beobachtet. In diesem Bericht stellen wir einen Patienten mit peripherem T-Zell-Lymphom vor, der eine beidseitige CMV-Retinitis entwickelte, eine Komplikation, die das Sehvermögen gefährdet.

Fallbericht: Ein 69-jähriger Patient stellte sich mit Mouches volantes in beiden Augen vor, die seit zwei Wochen bestanden. Es handelte sich um einen bekannten Fall von peripherem T-Zell-Zonen-Lymphom, und der Patient hatte vor einer allogenen Knochenmarktransplantation bereits sechs Chemotherapiezyklen durchlaufen. Drei Monate später entwickelte sich eine Graft-Versus-Host-Disease, die nach wie vor mit massiver Immunsuppression behandelt wird. Bei der ophthalmologischen Untersuchung des Patienten zum Zeitpunkt der Vorstellung betrug die bestkorrigierte Sehschärfe (BCVA) in beiden Augen 20/40. Die Fundusuntersuchung beider Augen ergab eine Vitritis 1+ mit granularer Retinitis. Bei beiden Augen wurde eine CMV-Retinitis diagnostiziert, woraufhin eine Vorderkammerpunktion durchgeführt wurde. Die PCR der Vorderkammerprobe war positiv für CMV-DNA. Der Patient wurde mit einer intravitrealen Ganciclovir-Therapie (4 mg/0,1 ml) und einer systemischen Foscarnet-Therapie behandelt.

Schlussfolgerung: Dieser Fall verdeutlicht, dass auch eine seltene Krankheit wie die CMV-Retinitis als Differenzialdiagnose bedenkt werden muss, besonders bei Patienten mit Immunsuppression. Eine schnelle Diagnosesicherung und ein unverzüglicher Therapiebeginn intravenös und intravitreal ist maßgeblich für den Visuserhalt.