188. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
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Schon wieder Migräne?
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Das Susac-Syndrom ist eine seltene neurologische Erkrankung, die durch Mikroangiopathien des zentralen Nervensystems gekennzeichnet ist. Betroffen sind vorwiegend junge Frauen im Alter von 20 bis 40 Jahren. Die Ätiologie ist bislang nicht vollständig geklärt; es wird jedoch eine autoimmunvermittelte Genese angenommen. Pathophysiologisch kommt es infolge entzündlicher Gefäßveränderungen zu Verschlüssen im Gefäßsystem. Klinisch manifestiert sich das Krankheitsbild typischerweise in Form der klassischen Trias aus neurologischen Ausfällen, einer Hörminderung und retinalen Gefäßverschlüssen. Zur Diagnosestellung sind vor allem das klinische Erscheinungsbild sowie bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) und die Fluoreszenzangiographie entscheidend.
Im vorliegenden Fall stellte sich eine 24-jährige Patientin im September 2024 erstmals mit intermittierender Visusminderung sowie dem Auftreten von rezidivierenden Kopfschmerzepisoden in unserer Klinik vor. Neben einer weiterführenden ophthalmologischen Diagnostik erfolgte eine neurologische Mitbeurteilung, durch die die Verdachtsdiagnose eines Susac-Syndroms bestätigt werden konnte. Da es sich um ein seltenes Krankheitsbild handelt, sollte die weitere medizinische Betreuung durch spezialisierte Fachärzte erfolgen. An der Knappschaftsklinik Bochum besteht hierfür in der neurologischen Abteilung eine interdisziplinäre Spezialsprechstunde für Patientinnen und Patienten mit Susac-Syndrom. Im Laufe der Zeit stellte sich die Patientin wiederholt zu Verlaufskontrollen vor.



