Logo

188. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
06.-07.02.2026
Bochum

Meeting Abstract

Zehn Jahre Erfahrung mit der anti-VEGF-Therapie bei Frühgeborenen mit ROP an der Augenklinik am Klinikum Dortmund

Sezayi Yilmaz - Dortmund
D. Yilmaz - Dortmund
W. Bayoudh - Dortmund
A. Ringwald - Dortmund
R.G. Liegl - Dortmund

Text

Ziel: Durch die kontinuierliche Verbesserung der neonatologischen Versorgung ist die therapiebedürftige Retinopathia praematurorum (ROP) inzwischen zu einer seltenen, aber weiterhin klinisch relevanten Komplikation geworden. Ziel dieser Studie war es, die Erfahrungen aus zehn Jahren Behandlung von Frühgeborenen mit einem anti-VEGF-Wirkstoff an der Augenklinik am Klinikum Dortmund retrospektiv zu analysieren. Dabei sollte insbesondere untersucht werden, wie sich die verschiedenen Präparate in Bezug auf Behandlungsverlauf, Notwendigkeit von Re-Injektionen und Langzeitstabilität des Befundes unterscheiden.

Methode: Es erfolgte eine retrospektive Analyse aller zwischen 2015 und 2025 mit einem anti-VEGF-Präparat behandelten Frühgeborenen. Die Patientendaten wurden in einer eigens erstellten Access-Datenbank erfasst und anschließend mithilfe von SPSS statistisch ausgewertet. Erhoben wurden der Ausgangsbefund, der zur Indikation der Therapie führte, das jeweilige Stadium der ROP, die Notwendigkeit weiterer Injektionen sowie der klinische Befund zum Zeitpunkt der letzten Nachuntersuchung.

Ergebnis: Insgesamt wurden 34 Frühgeborene in die Analyse eingeschlossen, die mit Aflibercept, Bevacizumab oder Ranibizumab behandelt wurden. Die Auswertung zeigte Hinweise auf Unterschiede hinsichtlich der Notwendigkeit von Re-Injektionen zwischen den einzelnen Wirkstoffen. Während einige Präparate tendenziell eine stabilere Befundlage nach einmaliger Applikation aufwiesen, war bei anderen eine wiederholte Behandlung erforderlich. Insgesamt konnte bei konsequenter Therapie in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle eine deutliche Stabilisierung beziehungsweise Regression der ROP festgestellt werden.

Schlussfolgerung: Die anti-VEGF-Therapie erweist sich als wirksame und sichere Option bei therapiebedürftiger ROP. Unterschiede in der Re-Injektionsrate zwischen den Präparaten legen eine selektive Wirkstoffwahl nahe. Bei frühzeitiger Diagnose und strukturierter Nachsorge kann so in den meisten Fällen eine stabile Netzhautsituation erreicht werden.