188. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
188. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
Vaskuläre Veränderungen der Makula bei Personen mit kürzlich diagnostiziertem Diabetes
Text
Das Studienziel war, frühe Veränderungen des Kapillarsystems der Makula bei Personen mit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 mittels optischer Kohärenztomographie (OCT) bzw. OCT-Angiographie (OCTA) zu detektieren.
Methode: Personen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes der Deutschen Diabetes-Studie (ClinicalTrials.gov-Registrierungsnummer NCT01055093) wurden klinisch untersucht und in Phänotyp-basierten Diabetes-Subtypen anhand von Body-Mass-Index, Alter, HbA1c, Homöostase-Modell-Schätzungen und Inselautoantikörper kategorisiert. Digitale Fundusbilder, funktionelle (Sehschärfe und Kontrastempfindlichkeit) sowie OCT- bzw. OCTA-Parameter wurden im ersten Jahr sowie 5 und 10 Jahre nach Diabetesdiagnose ausgewertet und verglichen mit einer alters- und geschlechtspassenden Kontrollgruppe. Analysiert wurden insbesondere die Dichte von Perfusion und Kapillargefäßen sowie die foveale avaskuläre Zone (FAZ) der Makula im oberflächlichen, mittleren und tiefen Kapillarplexus.
Ergebnisse: Perfusion und Gefäßdichte des oberflächlichen Plexus waren bei Typ-2-Diabetes bereits im ersten Jahr nach Diagnosestellung reduziert, insbesondere bei Formen mit schwerem Insulinmangel und leichter Adipositas. Frühzeitig war eine vergrößerte FAZ nachweisbar, insbesondere bei Typ-2-Diabetes.
Schlussfolgerung: Bei Typ-2-Diabetes sind Makulaperfusion und Kapillargefäßdichte bereits zum Zeitpunkt der klinischen Diagnose reduziert, im Langzeitverlauf gilt dies neben dem oberflächlichen auch für den tiefen Gefäßplexus. Personen mit schwerem Insulinmangel- bzw. leichtem Adipositas-bedingtem Diabetes sollten frühzeitig ophthalmologisch untersucht werden. Die vergrößerte FAZ im oberflächlichen Gefäßplexus ist ein früher Indikator für diabetisch-bedingte vaskuläre Veränderungen.



