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99. Versammlung des Vereins Rhein-Mainischer Augenärzte


31.10.2026
Fulda

Meeting Abstract

Prognostische Faktoren für das funktionelle Outcome nach Pars Plana Vitrektomie bei rhegmatogener Amotio retinae

Amr Aouf - Ludwigshafen
N. Simon - Ludwigshafen
F. Steffen - Ludwigshafen

Text

Hintergrund: Das funktionelle Ergebnis nach Pars-plana-Vitrektomie (PPV) bei rhegmatogener Amotio retinae wird durch unterschiedliche prä- und intraoperative Faktoren beeinflusst. Ziel dieser Untersuchung war die Analyse möglicher prognostischer Faktoren für das postoperative Visusergebnis mit besonderem Fokus auf Myopie, kardiovaskuläre Begleiterkrankungen und Medikation sowie die präoperative Symptomdauer.

Methoden: In einer retrospektiven monozentrischen Kohortenstudie wurden 241 Patienten analysiert, die zwischen September 2007 und Februar 2012 aufgrund einer akuten rhegmatogenen Amotio retinae mittels PPV behandelt wurden. Für die Beurteilung des längerfristigen funktionellen Ergebnisses erfolgte zusätzlich eine Subgruppenanalyse von 111 Patienten mit einer Nachbeobachtungszeit von 6 bis 12 Monaten. Als funktionelle Zielgrößen wurden eine postoperative Visusverbesserung um mindestens 2 logMAR-Stufen sowie das Erreichen eines funktionellen Lesevisus untersucht. Analysiert wurden unter anderem Myopie, kardiovaskuläre Begleiterkrankungen und Medikation, Nikotinabusus, präoperative Symptomdauer und Makulastatus. Zusätzlich wurden Re-Amotiorate und Ursachen eines anatomischen Therapieversagens erfasst.

Ergebnisse: Myope Patienten waren bei Auftreten der Netzhautablösung signifikant jünger als nicht-myope Patienten (Median 57 vs. 69 Jahre; p=0,0001). Hinsichtlich einer Visusverbesserung um mindestens 2 logMAR-Stufen und des Erreichens eines Lesevisus bestanden keine signifikanten Unterschiede zwischen myopen und nicht-myopen Augen. Eine antihypertensive Therapie mit Betablockern war mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einer Visusverbesserung um mindestens 2 logMAR-Stufen assoziiert (p=0,018 im Gesamtvergleich; p=0,049 bei Monotherapie). Für Diabetes mellitus (p=0,22) und Nikotinabusus (p=0,6) zeigte sich keine signifikante Assoziation mit dem postoperativen Visusergebnis. Bei präoperativ abgehobener Makula bestanden zwischen den untersuchten Zeitintervallen der Symptomdauer von 1 Tag, 4–7 Tagen und 14 Tagen keine signifikanten Unterschiede im funktionellen Ergebnis. Eine Re-Amotio trat im postoperativen Verlauf bei 12,4% der Gesamtkohorte auf, meist aufgrund einer proliferativen Vitreoretinopathie (PVR).

Schlussfolgerung: In der untersuchten Kohorte trat die rhegmatogene Netzhautablösung bei myopen Patienten in signifikant jüngerem Lebensalter auf, ohne dass Myopie mit einem ungünstigeren funktionellen Ergebnis nach PPV assoziiert war. Die beobachtete Assoziation einer Betablockertherapie mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einer relevanten Visusverbesserung stellt einen interessanten Befund dar, der aufgrund des retrospektiven Studiendesigns jedoch keine kausalen Rückschlüsse erlaubt. Innerhalb der untersuchten Zeitintervalle ließ sich zudem kein signifikanter Zusammenhang zwischen Symptomdauer und funktionellem Ergebnis nachweisen, was angesichts der retrospektiven Daten nicht als Argument für eine Verzögerung der operativen Versorgung interpretiert werden sollte. Die PVR stellte die häufigste Ursache für ein anatomisches Therapieversagen dar.