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99. Versammlung des Vereins Rhein-Mainischer Augenärzte


31.10.2026
Fulda

Meeting Abstract

Seröse Netzhautablösung – ein Blick reicht nicht

Eveline Devlies - Homburg/Saar
B. Seitz - Homburg/Saar
A. Abdin - Homburg/Saar

Text

Ziel: Wir berichten über einen seltenen Fall einer serösen Netzhautablösung infolge eines Aderhautvenenastverschlusses und diskutieren die diagnostische Abklärung und das weitere Prozedere.

Methode: Ein 60-jähriger Patient stellte sich aufgrund eines seit drei Tagen bestehenden Druckgefühls und Schmerzen am linken Auge vor. Zudem berichtete er über einen Visusverlust an dem Auge. Der bestkorrigierte Visus betrug 0,9 am rechten und 1/10 Lesetafel am linken Auge. Funduskopisch und in der optischen Kohärenztomographie (OCT) zeigten sich am rechten Auge geringe Veränderungen des retinalen Pigmentepithels. Am linken Auge zeigte sich eine seröse Netzhautablösung im Makulabereich. In der Fluoreszenzangiographie (FLA) zeigten sich eine regelrechte Arm-Retina-Zeit von neun Sekunden sowie ein regelrechtes arterielles und venöses Füllungsmuster. Sowohl in der FLA als auch in der Indocyaningrün-Angiographie (ICG) zeigte sich jedoch ein choroidaler Perfusionsdefekt im Bereich der oberen Hemisphäre, vereinbar mit einem Aderhautvenenastverschluss.

Ergebnis: Die kardiovaskuläre Abklärung ergab eine Dyslipidämie und arterielle Hypertonie. Eine kraniale MRT ergab keinen pathologischen Befund. Es erfolgte eine Behandlung mit Eplerenon (Inspra) 25 mg Tabletten 1x/Tag für eine Woche, anschließend 2x/Tag für fünf Wochen. Hierunter kam es zu einer Resorption der serösen Netzhautablösung und Visuserholung auf 0,8 innerhalb eines Jahres.

Schlussfolgerung: Bei einer serösen Netzhautablösung sollte auch eine vaskuläre choroidale Ursache in Betracht gezogen werden. Die Diagnose der Netzhautablösung erfolgt primär klinisch. Eine ergänzende Untersuchung mittels OCT, FLA und ICG ist jedoch zur Bestätigung bzw. zum Ausschluss einer vaskulären Genese sinnvoll. Eine umfassende ätiologische Abklärung sollte vaskuläre, entzündliche, thromboembolische und infektiöse Ursachen, arterielle Hypertonie, Trauma und Sichelzellanämie berücksichtigen. Eine kranielle MRT wird empfohlen, um begleitende zerebrale Ischämien sowie tumoröse Prozesse auszuschließen. Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache.