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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Osteoklasten von Psoriasis Arthritis-Patienten mit vermehrten Gelenkschmerzen haben eine erhöhte Resorptionskapazität

Vanessa Dietrich - Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Medizinische Fakultät, Erlangen, Deutschland; Universitätsklinikum Erlangen, Medizin 3 – Rheumatologie und Immunologie, Erlangen, Deutschland
Antonio Maccataio - Universitätsklinikum Erlangen, Medizin 3 – Rheumatologie und Immunologie, Erlangen, Deutschland
Ioannis Sagonas - Universitätsklinikum Erlangen, Hautklinik, Erlangen, Deutschland
Georg Schett - Universitätsklinikum Erlangen, Medizin 3 – Rheumatologie und Immunologie, Erlangen, Deutschland; Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Medizinische Fakultät, Erlangen, Deutschland
Ulrike Steffen - Universitätsklinikum Erlangen, Medizin 3 – Rheumatologie und Immunologie, Erlangen, Deutschland

Text

Einleitung: In Patienten mit Psoriasis Arthritis (PsA) kommt es neben der Gelenksentzündung häufig zu einem gestörtem Knochenumbau, der mit Erosionen und pathologischem Knochenaufbau einhergeht. Dabei spielen Osteoklasten, mehrkernige Riesenzellen, die für den Abbau von Knochen verantwortlich sind, eine zentrale Rolle. Wie sich PsA auf die Osteoklastenaktivität auswirkt, ist jedoch noch nicht gänzlich geklärt. Ziel dieser Arbeit war es, herauszufinden, ob bei PsA-Patienten die Resorptionsgeschwindigkeit der Osteoklasten auf der Einzelzellebene verändert ist und mit welchen klinischen Markern dies korreliert.

Methoden: Periphere Mononukleäre Blutzellen (PBMCs) wurden aus dem Blut von 20 Patienten mit Psoriasis Arthritis (PsA), 9 Patienten mit Psoriasis (PsO), 6 Patienten mit unspezifischen Spondyloarthropathien (SpA) und 10 gesunden Spendern gleichen Alters und Geschlechts gewonnen, zu Osteoklasten differenziert und anschließend auf Calcium-Phosphat (CaP) beschichtete, mit Calcein angefärbte, Platten ausgesät. Anschließend wurde über 24 Stunden mit Hilfe einer Zeitraffer-Aufnahme die Resorptionsgeschwindigkeit der einzelnen Osteoklasten bestimmt. In Zusammenschau mit der Anzahl an Zellkernen der jeweiligen Osteoklasten wurde die individuelle Resorptionskapazität (= Resorptionsgeschwindigkeit/Zellkern) bestimmt.

Ergebnisse: Beim Vergleich der mittleren Resorptionskapazitäten war eine Aufteilung der PsA-Patienten in zwei Gruppen zu beobachten. Bei circa einem Viertel der Patienten war die Resorptionskapazität, verglichen mit den gesunden Kontrollen, um durchschnittlich 70% erhöht (p <0,0001) (Abbildung 1A [Abb. 1]). Die Resorptionsgeschwindigkeit der PsO- und SpA-Patienten war im Vergleich zu den gesunden Kontrollen nicht verändert.

Abbildung 1: PsA Patienten mit mehreren schmerzhaften Gelenken weisen eine erhöhte Osteoklastenaktivität auf

A) Relative Resorptionskapazität von aus Blutmonozyten differenzierten Osteoklasten pro Zellkern, normiert auf den Mittelwert der gesunden Kontrollen. Jeder Punkt repräsentiert einen Patienten/Spender. Die Patientengruppen sind als Boxplot dargestellt. Die PsA-Kohorte wurde in eine Kohorte mit hoher und eine mit niedriger Resorptionskapazität aufgeteilt. Signifikanz getestet mit One-way-ANOVA. **** = p <0,0001; *** = p = 0,0001.

B) Zahl schmerzhafter Gelenke in Abhängigkeit der relativen Resorptionskapazität der Osteoklasten und dem Geschlecht der PsA Patienten. Jeder Punkt steht für einen Patienten, rot = weiblich, blau = männlich. Signifikanz getestet mit Mann-Whitney t-Test. * = p = 0,0109.

Diese Erhöhung war unabhängig von dem Spiegel des C-Reaktiven Proteins, klinischen Scores oder der Medikation. Patienten mit erhöhter Osteoklastenaktivität hatten jedoch eine erhöhte Anzahl schmerzhafter Gelenke (durchschnittlich 5,7 im Vergleich zu 0,6 bei Patienten mit nicht erhöhter Osteoklastenaktivität; p = 0,0109) (Abbildung 1B [Abb. 1]). Ein weiterer Unterschied bestand im Geschlecht. Alle Patienten mit erhöhter Resorptionsgeschwindigkeit waren Frauen. Dies traf aber auch auf alle Patienten mit schmerzhaften Gelenken zu.

Schlussfolgerung: Unsere Daten lassen darauf schließen, dass Osteoklasten bei PsA-Patienten mit vielen schmerzhaften Gelenken aktiver sind, als bei gesunden Personen und Patienten mit PsO oder PsA ohne Gelenkschmerzen. Die erhöhte Resorptionskapazität könnte zum beschleunigten Knochenverlust bei Psoriasis Arthritis und der Gelenkdeformation beitragen.