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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Chronische Coxitis oder was? Kann die Orthopädie helfen? Manchmal bringt erst die Operation die richtige Diagnose

Marcus Stockbauer - Bad Abbach, Asklepios Klinikum Bad Abbach, Rheumatologie und Klinische Immunologie, Bad Abbach, Deutschland
Martin Fleck - Uniklinik Regenburg, Uniklinik Regensburg, Rheumatologie und Klinische Immunologie, Regensburg, Deutschland; Bad Abbach, Asklepios Klinikum Bad Abbach, Rheumatologie und Klinische Immunologie, Bad Abbach, Deutschland
Manuel Ramdohr - Traunstein, Rheumatologische Facharztpraxis Traunstein, Traunstein, Deutschland
Wolfgang Hartung - Bad Abbach, Asklepios Klinikum Bad Abbach, Rheumatologie und Klinische Immunologie, Bad Abbach, Deutschland

Text

Vorgeschichte: Eine 42jährige Patientin wird uns vom behandelnden Rheumatologen mit Verdacht auf eine Coxitis zur Diagnostik und Therapieeinleitung stationär vorgestellt. Im Herbst 2024 kam es zu progredienten Schmerzen im Bereich der linken Leiste. Ein MRT zeigte einen ausgeprägten Hüftgelenkserguss links. Daraufhin erfolgte die Vorstellung beim niedergelassenen Rheumatologen. Hier wurde die Diagnose einer Coxitis gestellt und eine Therapie mit Sulfasalazin empfohlen. Als Akuttherapie wurde Prednisolon über 5 Wochen verabreicht, zeigte jedoch keinerlei Wirkung.

Leitsymptome bei Krankheitsmanifestation: Bei Erstvorstellung in unserer Klinik klagte die Patientin über gering bis mäßig ausgeprägte Ruhe- und Belastungsschmerzen in der linken Leiste. Keine Allgemeinsymptomatik.

Diagnostik: Bei der klinischen Untersuchung zeigte sich ein ausgeprägtes Kapselmuster der linken Hüfte. Alle übrigen peripheren Gelenke, inklusive der gesamten Wirbelsäule waren ohne pathologischen Befund. Laborchemisch zeigte sich keine systemische Inflammation (CRP 0,21 mg/dl, BKS 10 mm/h) und ein komplett unauffälliges Immunlabor. Sonographisch war eine echoarme, jedoch nicht echofreie Kapseldistension III° ohne Vaskularisierung mit intrakapsulären „Raumforderungen“ und ein erosiver Defekt am Caput femoris nachweisbar (s. Abbildung 1 [Abb. 1]). Im MRT wurde der V.a. eine pigmentierte villonoduläre Synovialitis geäußert, wenngleich Hinweise für die charakteristischen Hämosiderinablagerungen fehlten.

Abbildung 1: Sonographischer Befund anteriorer Längsschnitt linke Hüfte.

Therapie: Wegen der inkongruenten Befunde wurde eine arthroskopische Synovektomie und Arthrolyse durchgeführt. Intraoperativ zeigte sich eine ausgeprägte Synovialitis und eine massive Chondromatose.

Weiterer Verlauf: In Zusammenschau der Befunde konnte die Diagnose einer primären synovialen Chondromatose (PSC) gestellt werden. Diese geht als seltene, benigne Neoplasie des subsynovialen Bindegewebes mit Knötchenbildung aus hyalinem Knorpel innerhalb eines Gelenks, einer Sehnenscheide oder eines Schleimbeutels einher. Nach der operativen Sanierung war die Patientin im weiteren Verlauf völlig beschwerdefrei. Ein Rezidiv trat bisher nicht auf. Der Fall verdeutlicht die Bedeutung der operativen Diagnostik bei inkongruenten klinischen und bildgebenden Befunden.