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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Versorgung älterer Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen – Daten aus der Kerndokumentation der regionalen kooperativen Rheumazentren

Katja Thiele - Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ), Epidemiologie und Versorgungsforschung, Berlin, Deutschland
Katinka Albrecht - Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ), Epidemiologie und Versorgungsforschung, Berlin, Deutschland
Jacqueline Detert - Rheumapraxis Templin, Templin, Deutschland
Thorsten Eidner - Universitätsklinikum Jena, Klinik für Innere Medizin III – Rheumatologie/Osteologie, Jena, Deutschland
Kirsten Karberg - Rheumatologisches Versorgungszentrum Steglitz, Berlin, Deutschland
Johanna Callhoff - Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ), Epidemiologie und Versorgungsforschung, Berlin, Deutschland

Text

Einleitung: Die Versorgung älterer Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen (ERE) gewinnt immer mehr an Bedeutung. Bereits im Jahr 2019 waren über die Hälfte der Patienten mit einer rheumatoiden Arthritis (RA) aus der Kerndokumentation der kollaborativen Rheumazentren 60 Jahre und älter. Ziel dieser Arbeit war es, die Entwicklungen in der medikamentösen Versorgung Älterer im Vergleich zu jüngeren Patienten aus der Kerndokumentation darzustellen.

Methoden: In der Kerndokumentation dokumentieren Patienten aus der ambulanten rheumatologischen Routineversorgung und ihre behandelnden Rheumatologen einmal im Jahr Therapien, Krankheitsverlauf und Krankheitsfolgen. Es wurden Daten aus den Jahren 2015 bis 2024 berücksichtigt und nach Diagnosen und Altersgruppen (18–39, 40–49, 50–59, 60–69, 70–79, 80+ Jahre) ausgewertet.

Ergebnisse: Im Jahr 2024 wurden 13.416 Patienten aus 14 Einrichtungen eingeschlossen. Von diesen waren 7.023 (52%) ≥ 60 Jahre alt. Die häufigsten Krankheitsentitäten ab 60 Jahren sind Rheumatoide Arthritis (57%), Psoriasis Arthritis (12%), axiale Spondyloarthritis (7%), Polymyalgia rheumatica (6%) und Riesenzellarteriitis (5%). Mit zunehmendem Alter steigt die mittlere Krankheitsdauer und die Zahl der Komorbiditäten, die Funktionskapazität sinkt (Tabelle 1 [Tab. 1]). Ältere Patienten werden diagnoseübergreifend häufiger als jüngere mit Glukokortikoiden (GC), Analgetika und Opioiden, aber seltener mit biologischen (b)DMARDs und nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) behandelt (Abbildung 1 [Abb. 1]). Seit 2015 ist der Einsatz von bDMARDs bei ≥80-jährigen RA Patienten von 12% auf 25% in 2024 gestiegen bei einem Rückgang der GC von 52% auf 37%.

Tabelle 1

Abbildung 1: Therapiehäufigkeiten nach Diagnosen und Altersgruppen

Schlussfolgerung: Menschen mit ERE benötigen auch im hohen Lebensalter eine ausreichend wirksame DMARD-Therapie, damit Analgetika und GC eingespart werden können. Trotz der insgesamt deutlich niedrigeren Versorgung mit bDMARDs im Vergleich zu jüngeren Patienten zeigen die 10-Jahres-Trend-Daten, dass inzwischen auch ältere Patienten häufiger mit bDMARDs behandelt werden und GC rückläufig sind.

Danksagung: Wir bedanken uns bei allen Patienten, die durch ihre Teilnahme an der Kerndokumentation seit vielen Jahren vielfältige Auswertungen zur Versorgungssituation ermöglichen. Unser Dank geht auch an die teilnehmenden rheumatologischen Einrichtungen, die mit viel Engagement der Mitarbeitenden jedes Jahr Daten für die Kerndokumentation dokumentieren.

Finanzierung: Die Kerndokumentation wird durch die Arbeitsgemeinschaft der Regionalen Kooperativen Rheumazentren (AGRZ), die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und klinische Immunologie e.V. (DGRh) und die folgenden im Arbeitskreis korporativer Mitglieder der DGRh vertretenen Firmen: AbbVie, Pfizer, Medac (alle seit 2007), UCB (seit 2010) GSK (seit 2011), GALAPAGOS (seit 2020) und AstraZeneca (seit 2021) über eine gemeinsame Zuwendung an die Rheumatologische Fortbildungs-Akademie unterstützt.

Partizipative Forschung: Die Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga, Corinna Elling-Audersch, Dieter Wiek vom Bundesverband der Rheuma-Liga in Bonn und Peter Böhm aus Berlin unterstützen die Kerndokumentation seit 2025 als partizipative Forschungspartner.

Conflicts of interest: JC erhielt Referentenhonorare von Janssen, Pfizer und Idorsia. KA, JD, TE, KK und KT geben an, dass keine Interessenkonflikte bestehen.