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- Deutscher Rheumatologiekongress 2026
- Plasmazellgerichtete Therapie mit Teclistamab bei therapieresistenten Autoimmunerkrankungen
Deutscher Rheumatologiekongress 2026
09.-12.09.2026
Leipzig
Deutscher Rheumatologiekongress 2026
Plasmazellgerichtete Therapie mit Teclistamab bei therapieresistenten Autoimmunerkrankungen
Text
Einleitung: Erste Berichte deuten auf ein mögliches therapeutisches Potenzial einer plasmazellgerichteten Antikörpertherapie bei Autoimmunerkrankungen hin (Bucci L, et al. N Engl J Med; Düsing C, et al. Nat. Med. 2026). Teclistamab ist ein bispezifischer Antikörper (BCMAxCD3), der mit Hilfe von T-Zellen effektiv B-Zellen und insbesondere Plasmazellen depletiert. Ziel dieser Analyse war die Untersuchung der Sicherheit und klinischen Wirksamkeit von Teclistamab bei therapieresistenten Autoimmunerkrankungen.
Methoden: In dieser Fallserie wurden retrospektive Daten von fünf europäischen Zentren gesammelt und ausgewertet. Die Patienten erhielten eine off-label Therapie mit Teclistamab im individuellen Heilversuch zur Behandlung von therapieresistenten Autoimmunerkrenkungen (systemische Sklerose (SSc), idiopathische inflammatorische Myopathie (IIM), systemischer Lupus erythematodes (SLE), undifferenzierte Kollagenose (UCTD) oder IgG4-assoziierte Erkrankung). Vier zuvor einzeln publizierte Fälle wurden mit längerer Nachbeobachtung berücksichtigt (Alexander T, et al. N Engl J Med. 2024; Lorenz HM, et al. Ann Rheum Dis. 2025; Siegert E, et al. Ann Rheum Dis. 2025; Phithak E, et al. Ann Rheum Dis. 2025).
Ergebnisse: Insgesamt wurden Daten zu 18 mit Teclistamab behandelten Patienten (10 SSc, 4 IIM, 2 SLE, 1 UCTD, 1 IgG4-RD) ausgewertet. Die Patienten waren zu 72% weiblich, hatten ein medianes Alter von 48,5 Jahren und median 5 Vortherapien. Sie erhielten eine mediane kumulative Dosis von 6,36 mg/kg Teclistamab in median 6 einzelnen Injektionen. Die mediane Nachbeobachtungszeit lag bei 5,1 Monaten. Ein cytokine release syndrome (CRS, Grad 1–2) trat bei zwölf Patienten (67%) auf. Alle Patienten entwickelten eine Hypogammaglobulinämie und alle Patienten mit mindestens 3 Monaten Nachbeobachtung erhielten Immunglobulin-Substitutionen. Infektionen mit intravenöser Antibiotikatherapie traten bei fünf Patienten (28%) auf. Bei zwei Patienten trat eine Kolitis auf. Zwei Patienten mit schwerer, SSc-assoziierter Herzerkrankung verstarben kurz nach Therapie. Bei allen Patienten kam es zu einer B-Zell-Depletion und Reduktion der Autoantikörperspiegel. Elf Patienten (61%) zeigten ein ausgeprägtes und vier Patienten (22%) ein minimales bis moderates klinisches Ansprechen.
Schlussfolgerung: Die Behandlung mit Teclistamab erzielte ein signifikantes klinisches Ansprechen bei refraktären Autoimmunerkrankungen. Eine sorgfältige Überwachung und eine geeignete Patientenselektion sind erforderlich, insbesondere bei fortgeschrittener Herzerkrankung.
Offenlegungserklärung: Diese Analyse wurde unterstützt von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh) (Forschungsinitiative 2025) und der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (Else Kröner Excellence Grants 2025). DS und AK haben Honoraria von Janssen-Cilag erhalten.



