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38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft

Retinologische Gesellschaft
03.-04.07.2026
Badenweiler

Meeting Abstract

Endogene Endophthalmitis – Daten über 15 Jahre

David Märker - Regensburg
H. Helbig - Regensburg

Text

Ziel: Datenauswertung von endogenen Endophthalmitisfällen über den Zeitraum von 15 Jahren (2007–2021).

Methoden: Retrospektive Analyse aller Endophthalmitisfälle über den genannten Zeitraum und Analyse der Fälle mit einer endogenen Endophthalmitis. Beschreibung des diagnostischen und therapeutischen Vorgehens. Analyse der mikrobiologischen Diagnostik und Darstellung der ursächlichen Keime. Darstellung von Komorbiditäten und etwaigen Risikofaktoren und Darstellung des klinischen Outcomes.

Ergebnisse: Im Beobachtungszeitraum wurden insgesamt 432 Patienten mit einer Endophthalmitis behandelt. Bei 80 dieser Patienten bestand eine endogene Endophthalmitis. Eine mikrobiologische Diagnostik erfolgte als okuläre Probenentnahme bei 76,3%. Eine Blutkultur erfolgte bei 90%. Ein positiver Keimnachweis gelang insgesamt in 71,3%. Dieser gelang deutlich häufiger aus Glaskörperflüssigkeit (49,2%) als aus Vorderkammerpunktaten (12%). Mit der Blutkultur gelang in 50% ein Keimnachweis. Häufigster Erreger waren mit 42,1% gram positive Kokken, gefolgt von Hefepilzen (36,8%). Seltener waren gram negative Kokken und Schimmelpilze mit jeweils 10,5%. Als auslösende Faktoren fanden sich ein heterogene Foci (Harnwegsinfekte (12,7%), Weichteilinfekte (12,7%), venöse Katheter (9,9%), Endokarditis (8,5%), i. v. Drogenabusus (8,5%) und andere), bei 2,8,2% konnte kein auslösender Focus bestimmt werden. Als Komorbiditäten fanden sich: Diabetes melltius (33,8%) sowie maligne Grunderkrankungen (26,7%). Alle Patienten wurden mit i. v. Antibiose oder antimykotisch behandelt. Bei dem Großteil der Patienten erfolgten operative Maßnahmen am Auge (bei 57,5% eine ppV, bei 41,1% eine intravitreale Antibiotika/Antimykotika-Eingabe), jedoch wurden in Einzelfällen aufgrund eines komplizierten Verlaufes bis zu 8 konsekutive Eingriffe erforderlich. Ein anatomischer Erfolg (Erhalt eines tonisierten Bulbus mit anliegender NH) wurde bei 93,9% mit alleiniger IVOM-Behandlung und bei 93,5% mit primärer Vitrektomie erreicht. Ein funktioneller Erfolg, definiert als ein Visus größer 0,05, trat bei 40,6% der Augen mit alleiniger IVOM und bei 66,7% mit primärer Vitrektomie ein. Das Outcome bei bakterieller versus mykotischer Infektion unterschied sich nicht signifikant (organisch 86,7 vs. 92,6%, funktionell 53,6 vs. 55,6%).

Schlussfolgerungen: Endogene Endophthalmitiden stellen eine diagnostische und therapeutische Herausforderung bei oft multimorbiden Patienten dar. Abhängig vom Befund lässt sich durch alleinige intravitreale Therapie oder primäre Vitrektomie ein anatomischer Erfolg bei fast 95% erreichen. Funktionelle Ergebnisse waren bei Augen mit primärer Vitrektomie überlegen.