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Jahrestagung Kinderurologie 2026


16.-17.01.2026
Mainz

Meeting Abstract

Sicherheit des sonographischen Nachweises eines Hodenrudiments bei nicht tastbarem Hoden

Lisa Frey - Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
Christian Hoffmann - Sektion Kinderradiologie der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Mainz, Deutschland
Gundula Staatz - Sektion Kinderradiologie der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Mainz, Deutschland
Ute Derichs - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Mainz, Deutschland; Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, Deutschland
Axel Haferkamp - Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
Annette Schröder - Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland

Text

Einleitung: Bei einem unilateral nicht tastbaren Hoden kommen mehrere klinische Szenarien in Betracht. Eine sorgfältige präoperative klinische Untersuchung und Sonografie können Hinweise für das Vorliegen eines Einzelhodens liefern, insbesondere bei kompensatorischer Hypertrophie der Gegenseite. Die häufigste Ursache eines (funktionellen) Einzelhodens stellt die intrauterin stattgehabte Hodentorsion mit konsekutiver Atrophie des Hodens dar. In ca. 90 % der Fälle ist ein „Nubbin“ im oberen Skrotalfach zu finden und somit grundsätzlich einer sonografischen Untersuchung zugänglich. Da selbst der sonographische Nachweis eines Nubbins nicht als ausreichend sicher gilt, ist der laparoskopische Ausschluss eines Bauchhodens weiterhin empfohlen.

Methodik: Im Rahmen dieser Studie wird untersucht, ob und mit welcher diagnostischen Sicherheit bei Vorliegen einer Hypertrophie der Gegenseite ipsilateral ein Nubbin sonografisch dargestellt werden kann. Die Sonografie erfolgt im Rahmen der Studie ausschließlich durch erfahrene Kinderradiologen (mindestens DEGUM II). Anschließend erfolgt unabhängig vom Ergebnis der Untersuchung leitlinienkonform eine diagnostische Laparoskopie. Bei Nachweis eines Nubbins erfolgt dessen Entfernung und die histologische Untersuchung zur endgültigen Diagnosesicherung. Es erfolgte die Analyse aller diagnostischen Laparoskopien mit bestätigtem Nubbin, die zwischen 2016 und 2023 an unserer Klinik durchgeführt wurden.

Ergebnisse: Zwischen Januar 2016 und September 2023 wurde bei 35 Kinder (9 - 66 Monate, MW ± SD: 21,8 ± 14,3) eine diagnostische Laparoskopie mit der Bestätigung eines Nubbins durchgeführt. Von diesen 35 Kindern erhielten 16 präoperativ eine Sonografie durch einen erfahrenen Kinderradiologen. In 7 Fällen konnte sonografisch präoperativ ein Nubbin sicher dargestellt werden. Operativ und histologisch bestätigte sich dieser in allen 7 Fällen.

Ausblick: Seit 2023 erfolgt analog zum retrospektiven Arm der Studie auch eine prospektive Datenakquirierung. Alle Jungen mit dem Verdacht auf das Vorliegen eines Einzelhodens werden vor Durchführung der diagnostischen Laparoskopie einer präoperativen Sonografie mit der expliziten Fragestellung nach Vorliegen eines Nubbins zugeführt.

Primäres Ziel dieser Studie ist es, die diagnostische Sicherheit eines positiven sonografischen Befundes eines Nubbins zu bestätigen.