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Jahrestagung Kinderurologie 2026


16.-17.01.2026
Mainz

Meeting Abstract

Präzision im Mini-Format: Robotisch-assistierte Chirurgie in der Kinderurologie

Sonja Sieber - Urologische und Kinderurologische Klinik, Sektion Kinderurologie, Uniklinikum Erlangen, Erlangen, Deutschland
Jonas Brendel-Suchanek - Urologische und Kinderurologische Klinik, Sektion Kinderurologie, Uniklinikum Erlangen, Erlangen, Deutschland
Wilhelm Esser-Bartels - Urologische Gemeinschaftspraxis Friedrichshafen, Friedrichshafen, Deutschland
Karin Hirsch-Koch - Urologische und Kinderurologische Klinik, Sektion Kinderurologie, Uniklinikum Erlangen, Erlangen, Deutschland

Text

Fragestellung: Die robotisch-assistierte Chirurgie hat in den letzten Jahren in der Kinderurologie zunehmend an Bedeutung gewonnen. Trotz wachsender operativer Erfahrung werden in der Literatur weiterhin relevante Komplikationsraten beschrieben. Insbesondere stellen die geringe Körpergröße und das junge Alter der pädiatrischen Patienten eine Herausforderung für die Anwendung robotisch-assistierter Verfahren dar. In dieser Studie werden die Zeiträume vor und nach der Einführung des Operationsroboters in der Kinderurologie des Uniklinikums Erlangen miteinander verglichen.

Material und Methoden: Eingeschlossen wurden alle Patienten unter 20 Jahren, die eine Antirefluxplastik nach Lich-Gregoir, eine Pyeloplastik, eine (Hemi-)Nephrektomie oder eine Nephroureterektomie in der Kinderurologie des Uniklinikums Erlangen zwischen 03/2021 und 02/2025 erhielten. Es erfolgte eine getrennte Betrachtung des Zeitraums vor der Einführung der robotisch-assistierten Technik (03/2021–02/2023; Zeitraum A) und danach (03/2023–02/2025; Zeitraum B) insbesondere hinsichtlich der Komplikationsrate, Krankenhausverweildauer und biometrischen Patientendaten.

Ergebnisse: In die Studie wurden 115 Patienten (46 in Zeitraum A, 69 in Zeitraum B) eingeschlossen. In Zeitraum B wurden 29 % der Patienten offen-chirurgisch und 71 % robotisch-assistiert operiert. Beide Gruppen unterschieden sich nicht signifikant in der Komplikationsrate (jeweils 10 %). Die kleinsten robotisch-assistiert operierten Kinder waren ≤ 76 cm groß und ≤ 10 kg schwer (n = 7). Die Krankenhausverweildauer konnte in Zeitraum B bei der robotisch-assistierten Antirefluxplastik nach Lich-Gregoir von 4 auf 3 Tage und bei der Pyeloplastik von 5 auf 4 Tage reduziert werden.

Schlussfolgerung: Die robotisch-assistierte Chirurgie kann in der Kinderurologie erfolgreich etabliert werden, ohne die Komplikationsrate zu erhöhen, und ist auch bei kleinen Kindern sicher durchführbar.