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- Arbeitsbezogene Prävention und Gesundheitsversorgung von Betreuungskräften aus dem Ausland im Privathaushalt – ein Workshop
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Arbeitsbezogene Prävention und Gesundheitsversorgung von Betreuungskräften aus dem Ausland im Privathaushalt – ein Workshop
Text
Hintergrund: Deutschland steht vor einer gesellschaftlichen Herausforderung: Die Zahl pflegebedürftiger Menschen steigt kontinuierlich, während die traditionellen Versorgungsstrukturen zunehmend unter Druck geraten. Betreuungskräfte aus dem Ausland, die in Privathaushalten arbeiten und leben (sogenannte Live-Ins), gewinnen daher an Bedeutung [1]. Sie übernehmen zentrale Aufgaben in Pflege und Betreuung; gleichzeitig sind ihre Arbeitsbedingungen durch hohe Belastungen sowie unzureichenden sozialen und rechtlichen Schutz geprägt [2], [3].
Im Rahmen eines Forschungsprojekts wurden Ideen zur praxisnahen Informationsvermittlung an Live-in-Beschäftigte, Pflegehaushalte und Hausärzt:innen entwickelt; diese sollen für gesundheitsrelevante Aspekte von Live-in-Care sensibilisieren sowie Handlungsmöglichkeiten im Arbeitsalltag aufzeigen.
Näheres zum Projekt unter: https://tud.link/1ra2qr
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel des Workshops ist die ko-kreative Finalisierung der Informationsmaterialien. Zudem werden deren Einsatzmöglichkeiten in der Praxis diskutiert und weitere Ansätze zur Prävention und Versorgung von Live-ins in der hausärztlichen Versorgung erarbeitet.
Diskussionspunkt: Im Fokus steht, wie die medizinische Versorgung, Prävention und Arbeitsbedingungen der Betreuungskräfte konkret verbessert und die Materialien effektiv genutzt werden können.
Zielgruppe: Hausärzt:innen, Betriebsärzt:innen, Wissenschaftler:innen in der Versorgungsforschung, Vertretungen der Politik und der gesetzlichen Sozialversicherung
Didaktische Methode/n: Ein Impulsvortrag führt in zentrale Ergebnisse der Studie ein. Anschließend werden partizipative Methoden eingesetzt (Design Thinking), um gemeinsam praxisnahe Lösungen zu erarbeiten.
Take Home Message für die Praxis: Gute Arbeitsbedingungen sowie eine verlässliche medizinische Versorgung für Live-in-Betreuer:innen sind zentrale Voraussetzungen für eine nachhaltige Arbeitskultur und eine stabile häusliche Pflege. Praxisnahe Ansätze zur Verbesserung der Prävention an der Schnittstelle zwischen Arbeits- und Allgemeinmedizin sind dabei besonders wichtig.
Kurzvorstellung des/r Workshop-leitenden Person/en: Die Workshopleitung erfolgt durch das Institut und die Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin der TU Dresden (Prof. Dr. A. Seidler; Dr. M. Schubert; Dr. M. Girbig; C. Pietzsch) in Kooperation mit dem Bereich Allgemeinmedizin (Dr. H. Riemenschneider; A. A. Klein), gemeinsam mit dem praktizierenden Hausarzt Dr. med. J. A. Skuras sowie Vertreter:innen des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health der Universität Leipzig und des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité Berlin.
Geschätzte Anzahl Teilnehmern/innen: 15–20
Interessenkonflikt: Keine
Literatur
[1] Becker P, Komitowski D. Tragende Säule bröckelnder Versorgungssicherheit ohne regulären Untergrund. Situation und zukünftige Entwicklung in der ambulanten Pflege und die Perspektive von Betreuerinnen aus der 24-Stunden-Betreuung (Live-Ins) auf die Pflegesituation vor Ort. Working Paper 10/2022, Berlin: Fachstelle Einwanderung Minor - Projektkontor für Bildung und Forschung gGmbH; 2022[2] Ho KHM, Wilson IM, Wong JY, McKenna L, Reisenhofer S, Efendi F, Smith GD. Overlooked by nurses: A scoping review on health stressors, problems and coping of migrant domestic workers. Nurs Open. 2023 Mar;10(3):1166-1179. DOI: 10.1002/nop2.1391
[3] Rösler U, Nguyen D, Skwarek A, Wegge J, Melzer M. Arbeit in der häuslichen Betreuung IV: Dringender Handlungsbedarf. In: baua: Fakten. Dresden: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin; 2024.



