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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Hausärztlich geleitete Primärversorgung in der Polykrise: Planetary Health als Handlungsrahmen für eine klimaresiliente Zukunft

Jörg Christoph Schmid - DEGAM, Sektion Klimawandel und Gesundheit, Deutschland; Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG), Deutschland
Max Bürck-Gemassmer - DEGAM, Sektion Klimawandel und Gesundheit, Deutschland; Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG), Deutschland
Ralph Krolewski - Hausärztinnen- und Hausärzteverband Nordrhein, Deutschland
Andrea Lindwurm-Spaeth - DEGAM, Sektion Klimawandel und Gesundheit, Deutschland
Hélène Hauch - Charité, AG Global and Planetary Health, Deutschland
Martina Bischoff - Universität Freiburg, Institut für Allgemeinmedizin Freiburg, Freiburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Die fortgesetzte Überschreitung planetarer Grenzen führt zu multiplen Krisen oder verstärkt diese, was das deutsche Gesundheitswesen vor große Herausforderungen stellt. Klimakrise, Umweltverschmutzung und Zusammenbruch ökologischer Systeme gefährdet die Gesundheit der Menschen und das soziale und ökonomische Fundament unserer Gesellschaft. Gleichzeitig leidet das deutsche Gesundheitswesen an Personalmangel, fehlender Steuerung und ineffektivem Ressourceneinsatz in fragmentierten Versorgungsstrukturen. Es fehlen konkrete Handlungsansätze, wie das Gesundheitssystem klimaresilient transformiert werden kann. Ein hausärztlich gesteuertes Primärversorgungssystem kann diese Aufgaben unter Einbeziehung des Konzepts der Planetary Health meistern.

Zielsetzung/Fragestellung: Wie kann die hausärztliche Primärversorgung so transformiert werden, dass sie resilient gegenüber multiplen Krisen wird? Drei zentrale Handlungsebenen sind: (1) strukturelle Transformation hin zu einem klimaresilienten Primärversorgungssystem, (2) Aufbau dezentraler, hausärztlich koordinierter Quartiersnetzwerke, (3) Integration von Planetary Health in den hausärztlichen Praxisalltag.

Diskussionspunkt: Welche ordnungspolitischen Rahmenbedingungen, Vergütungsanreize und Kooperationsmodelle ermöglichen hausärztlich koordinierte, klimaresiliente Primärversorgung? Wie können dezentrale Quartierslösungen mit Community Health Nursing und Sozialberatung integriert werden? Wie können Praxisteams aktiv werden?

Zielgruppe: Akteur:innen des Gesundheitssystems aus Praxis (Team), Forschung oder Nutzer:innen, die sich mit klimasensibler Krisenresilienz des Gesundheitssystems auseinandersetzen.

Didaktische Methode/n: Inhaltlichen Einführung, Gruppenarbeit im Format des World Cafés: In rotierenden Kleingruppen werden Probleme erarbeitet und Lösungen entwickelt, zu 1. klimaresilienten, hausärztlich geleiteten Primärversorgungssystemen, 2. Konzepten für quartiersbezogene Gesundheitsnetzwerke, sowie 3. konkreten Maßnahmen für klimasensible Gesundheitsberatung und nachhaltigen Praxisführung. Im Anschluss im Plenum Diskussion der erarbeiteten Vorschläge und Erstellen konkreter Maßnahmen.

Take Home Message für die Praxis: Hausärzt:innen und Fachkräfte im Gesundheitssystem in allen Bereichen sind zentrale Akteur:innen für klimaresiliente Gesundheitsversorgung. Durch klimasensible Beratung, Koordination quartiersbezogener Netzwerke und nachhaltige Praxisführung können sie Planetary Health konkret umsetzen und Systemtransformation mitgestalten.

Geschätzte Anzahl Teilnehmern/innen: 20

Kurzvorstellung des/r Workshop-leitenden Person/en: Jörg Schmid ist AiW und stellv. Sprecher der DEGAM Sektion Klimawandel und Gesundheit

Interessenkonflikte: Keine