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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Soziale Gesundheit messbar machen: von bestehenden Konstrukten zu praxisnahen Messinstrumenten

Claudia Mews - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
Detmar Jobst - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung, Witten, Deutschland
Hendrik Napierala - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Allgemeinmedizin, Berlin, Deutschland
Angela Schuster - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Allgemeinmedizin, Berlin, Deutschland
Ove Spreckelsen - Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Abteilung Allgemeinmedizin, Oldenburg, Deutschland
Rieka von der Warth - Universitätsklinikum Bonn, Institut für Hausarztmedizin, Bonn, Deutschland
Thomas Zimmermann - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
Thomas Kloppe - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Soziale Gesundheit ist ein zentrales, aber unzureichend operationalisiertes Konzept in der primärversorgungsorientierten Forschung. In Leitlinien, Projektskizzen und Konzepten wird auf „soziale Gesundheit“ bzw. soziale Determinanten von Gesundheit Bezug genommen, für Evaluation und Vergleichbarkeit fehlen praxistaugliche einheitliche Messinstrumente. Verschiedene Kern-Dimensionen (z. B. Einsamkeit, soziale Zugehörigkeit) wurden bisher isoliert betrachtet, wobei vorhandene Fragebögen meist nur Teilaspekte erfassen. Sie bilden das von der DEGAM-AG vertretene, breitere Verständnis – einschließlich ungleicher Teilhabe- und Diskriminierungserfahrungen – unzureichend ab.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist es, auf Basis von vorbereiteten, aus der Literatur extrahierten Kern-Dimensionen sozialer Gesundheit eine fachlich fundierte Grundlage für die Entwicklung eines praxisnahen, einheitlichen Messinstruments zu sozialer Gesundheit in der Primärversorgung zu erarbeiten.

Diskussionspunkt: Soziale Gesundheit ist für Lebensqualität, Morbidität und Mortalität bedeutsam. Durch das Zusammenführen bestehender Ansätze von Kern-Dimensionen und die Entwicklung eines Messinstruments kann es gelingen, „Soziale Gesundheit“ in der Primärversorgung besser zu erfassen und zu adressieren.

Zielgruppe: Forschende, Hausärzt:innen, weitere Gesundheitsberufe, Sozialarbeit, Public Health, Soziologie

Didaktische Methode/n: Kurzinput

Kleingruppen:

  • Diskussion und Priorisierung von Kern-Dimensionen sozialer Gesundheit aus Sicht von Forschung und Praxis; Identifizierung von Lücken
  • Zuordnung existierender Messansätze zu Dimensionen (Instrumenten-Mapping)
  • Diskussion von Anforderungen an neues Messinstrument

Plenum: Zusammenführen der Ergebnisse, Verdichtung in Entwurf (Dimensions- und Item-Set), Diskussion weiteres Vorgehen

Take Home Message für die Praxis: Um das Konzept „Soziale Gesundheit“ in Wissenschaft und Praxis weiter zu stärken, ist die Erarbeitung eines umfassenden, einheitlichen und anwendbaren Messinstruments notwendig. Messungen Sozialer Gesundheit sollten sowohl in der Routineversorgung als auch in bevölkerungsbasierten Surveys verankert werden.

Kurzvorstellung des/r Workshop-leitenden Person/en: Die Personen sind Mitglieder der DEGAM AG Soziale Gesundheit, deren Ziel es ist, die Sichtbarkeit sozialer Themen in der DEGAM zu erhöhen. Durch die Integration „Sozialer Gesundheit“ in Versorgung, Wissenschaft sowie Aus-, Fort- und Weiterbildung können (psycho)-soziale, soziokulturelle, ökonomische und ökologische Lebensrealitäten der Patient:innen bestmöglich berücksichtigt werden.

Geschätzte Anzahl Teilnehmern/innen: 20

Interessenkonflikte: Keine


Literatur

[1] Doyle DM, Link BG. On social health: history, conceptualization, and population patterning. Health Psychol Rev. 2024 Sep;18(3):619-648. DOI: 10.1080/17437199.2024.2314506