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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Ergebnisse des Landprojekts "Zusammen ins Land": regionale Versetigung und Vernetzung zur Förderung ländlicher allgemeinmedizinischer Blockpraktika in Thüringen

Carolin Kathner-Schaffert - Universitätsklinikum Jena, Institut für Allgemeinmedizin, Jena, Deutschland
Jutta Bleidorn - Universitätsklinikum Jena, Institut für Allgemeinmedizin, Jena, Deutschland

Text

Hintergrund: In 2025/26 fördert das Projekt „Zusammen ins Land“ achttägige, allgemeinmedizinische Blockpraktika in kleinstädtisch/ländlichen Gebieten in Thüringen. Studierende erhalten eine kostenfreie Unterkunft und Mietwagen für die Zeit des Praktikums. Die Besonderheit, sie gehen gemeinsam in Gruppen (2–4 Studierende) in eine Region. Langfristig ist es das Ziel, regionale Strukturen für die Lehre in Hausarztpraxen aufzubauen und die Organisation/Finanzierung der Unterkünfte/Mietwagen über regionale Beteiligte zu verstetigen.

Zielsetzung/Fragestellung: Es wird dargestellt, wie häufig eine regionale Verstetigung möglich ist und welche fördernden Faktoren bzw. Barrieren dabei zu berücksichtigen sind.

Material & Methoden: Datengrundlage ist die quantitative Auswertung des Projektes in 2025/26 hinsichtlich Teilnehmerzahlen und Finanzierung, sowie die qualitative Analyse von Gesprächsprotokollen/gezielten Einzelinterviews mit regionalen Beteiligten (Bürgermeister, Ärztelotsen, usw.).

Ergebnisse: Die quantitative Auswertung zeigt eine deutliche Zunahme der regional getragenen Kosten von 2025 auf 2026. Die bisher vorliegenden Ergebnisse der Befragungen einzelner Akteure zeigt ein großes Interesse seitens der ländlichen Lehrpraxen, die aufgrund des Projekts eine bessere Auslastung an Praktikanten erfahren. Auch kommunale Arztlotsen in Thüringens unterstützen das Projekt organisatorisch und vermitteln finanzielle Unterstützung. Sie nehmen sich aktiv Zeit den Studierenden die Region zu zeigen. Die Unterstützung durch Bürgermeister gestaltet sich unterschiedlich, abhängig von Haushaltslage und eigener Einschätzung, ob das Projekt einen „Klebeeffekt“ für die Region bringt. Damit Gelder zur Umsetzung im Haushalt mit eingeplant werden, ist eine rechtzeitige Kontaktaufnahme/Planung unabdingbar.

Diskussion: Die Verstetigung des Projektes in ländlichen/kleinstädtischen Regionen Thüringens ist stark abhängig von der Finanzlage, intrinsischen Motivation und Einschätzung hinsichtlich des Klebeeffektes durch die Bürgermeister.

Take Home Message für die Praxis: Durch das Landprojekt „Zusammen ins Land“ können motivierte Lehrpraxen in ländlichen Regionen mit Studierenden versorgt werden. Eine Vernetzung vor Ort, mit kommunalen Politikern, Angestellten der Gemeinden und Ärzt:innen, ist unumgänglich für die Verstetigung. Um Gelder in regionalen Haushalten für solche Projekte vorzusehen, ist eine rechtzeitige Planung und Kontaktaufnahme in die Gemeinden notwendig (mind. 12–15 Monate).

Interessenkonflikte: Keine