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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Digitale Auditierung als Impuls für kommunale Bewegungsförderung: eine Community-Readiness-basierte Analyse

Maike Schröder - Pädagogische Hochschule Heidelberg, Abteilung Prävention und Gesundheitsförderung, Heidelberg, Deutschland
Anna Lehmann - Pädagogische Hochschule Heidelberg, Abteilung Prävention und Gesundheitsförderung, Heidelberg, Deutschland
Amina Fünfstück - Pädagogische Hochschule Heidelberg, Abteilung Prävention und Gesundheitsförderung, Heidelberg, Deutschland
Anna Streber - Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Referat Q5 – Kinder und Heranwachsende, Schule und Kita, Laienreanimation, Deutschland
Malte Bödeker - Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Referat Q5 – Kinder und Heranwachsende, Schule und Kita, Laienreanimation, Deutschland
Jens Bucksch - Pädagogische Hochschule Heidelberg, Abteilung Prävention und Gesundheitsförderung, Heidelberg, Deutschland

Text

Hintergrund: Ein wachsender Anteil von Kindern und Jugendlichen bewegt sich zu wenig. Kommunen spielen eine zentrale Rolle, da sie Lebenswelten wie Spielplätze und Schulhöfe gestalten. Um die Bewegungsfreundlichkeit solcher Umwelten zu erfassen, wurde im Projekt KomBus2.0 (gefördert vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit) ein digitales Audit-Instrument entwickelt, das Impulse für kommunale Planungs- und Entscheidungsprozesse geben kann. Ob Maßnahmen realisiert werden, hängt von der kommunalen Handlungsbereitschaft (Community Readiness, CR) ab. Diese beschreibt, in welchem Ausmaß eine Kommune in der Lage ist, sich aktiv mit einem Thema auseinanderzusetzen und Veränderungsprozesse einzuleiten.

Zielsetzung/Fragestellung: Es wird untersucht, ob und wie die Anwendung eines digitalen Audit-Instruments die CR von kommunalen Schlüsselakteur:innen beeinflusst.

Material & Methoden: Die Studie wird zwischen April und Dezember 2026 in fünf Pilotkommunen der Metropolregion Rhein-Neckar durchgeführt. Die CR wird zu drei Messzeitpunkten (t0, t1, t2) mithilfe eines Self-Assessment-Fragebogens (25 Items) in den fünf Dimensionen Wissen über das Thema, Entscheidungstragende, Gemeinschaftsklima, Wissen über Bemühungen und Ressourcen erhoben. Der Fragebogen wird von kommunalen Schlüsselpersonen ausgefüllt, die zuvor mittels Stakeholder-Analyse identifiziert wurden. Zwischen den Messzeitpunkten werden zwei Interventionen umgesetzt: (1) die Auditierung von Spielplätzen und Schulhöfen mit KomBus2.0 (t1) sowie (2) die Reflexion der Ergebnisse in einem moderierten Gruppenformat (t2).

Ergebnisse: Erste Ergebnisse werden für das dritte Quartal 2026 erwartet. Diese ermöglichen Aussagen zum Ausgangsniveau der CR sowie Vergleiche über die drei Messzeitpunkte hinweg. Dadurch kann analysiert werden, ob der Einsatz von KomBus2.0 mit Veränderungen der CR in den beteiligten Kommunen einhergeht.

Diskussion: Die Studie leistet einen Beitrag zum Verständnis der Rolle digitaler Audit-Instrumente in kommunalen Entscheidungs- und Veränderungsprozessen. Sie liefert Hinweise darauf, unter welchen Bedingungen Audit-Tools als Impulsgeber für kommunale Bewegungsförderung wirksam werden können. Einschränkend ist zu berücksichtigen, dass die CR auch durch andere Faktoren beeinflusst werden kann.

Take Home Message für die Praxis: CR ist ein bislang wenig berücksichtigter Faktor in der kommunalen Bewegungsförderung, deren systematische Erfassung jedoch eine wichtige Grundlage bietet, um Prozesse effektiv weiterzuentwickeln und Ressourcen gezielt einsetzen zu können.

Interessenkonflikte: Keine