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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

HOME – Modellprojekt zur Implementierung einer niedrigschwelligen psychologischen Intervention „Problem Management Plus (PM+)“ für geflüchtete Menschen in Bremen

Berit Brandes - Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS, Forschungsgruppe Implementationsforschung und psychische Gesundheit, Deutschland
Elena Brushinski - Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS, Forschungsgruppe Implementationsforschung und psychische Gesundheit, Deutschland
Henriette Hermühlen - Refugio – Psychosoziales Zentrum für ausländische Flüchtlinge e. V., Deutschland
Maria Neunteufel - Refugio – Psychosoziales Zentrum für ausländische Flüchtlinge e. V., Deutschland
Katrin Schock - Refugio – Psychosoziales Zentrum für ausländische Flüchtlinge e. V., Deutschland
Marc Millies - Refugio – Psychosoziales Zentrum für ausländische Flüchtlinge e. V., Deutschland
Daniela Fuhr - Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS, Forschungsgruppe Implementationsforschung und psychische Gesundheit, Deutschland; Universität Bremen, Gesundheitswissenschaften, Bremen, Deutschland

Text

Hintergrund: Etwa 40% der in Deutschland lebenden geflüchteten Menschen leiden an psychischen Erkrankungen, darunter Depression, Angststörungen und posttraumatische Belastungsstörungen. Mehr als 80% der geflüchteten Menschen, die Anzeichen psychischer Belastung zeigen, erhalten keine Behandlung. Gründe hierfür reichen von Stigma und Sprachbarrieren über mangelnde Angebote und lange Wartezeiten. Die von der Weltgesundheitsorganisation entwickelte Intervention „Problem Management Plus“ (PM+) ist eine niedrigschwellige, psychologische Maßnahme, die auf die Reduktion psychischer Belastungen abzielt.

Zielsetzung/Fragestellung: Das Projekt HOME verfolgt das Ziel, PM+ für geflüchtete Menschen in Bremen zu implementieren, um eine nationale Disseminationsstrategie vorzubereiten.

Material & Methoden: HOME ist eine explorative, offene, nicht-randomisierte Mixed-Methods-Studie mit zwei Implementierungsphasen. In diesen können geflüchtete Erwachsene aus Bremen an PM+ (fünf Sitzungen à 90 Minuten) teilnehmen. Erster Baustein ist eine Erhebung des Ist-Zustandes in Bremen basierend auf einem Desk Review und leitfadengestützten Interviews mit Akteur:innen der psychosozialen Versorgung. Parallel erfolgt ein Training von psychologischen Fachpersonen (Train-the-Trainer Ansatz) und Gesundheitsmediator:innen (GMs). Ab Juni 2026 erfolgt auf Basis vorab definierter Ein- und Ausschlusskriterien das Screening für den ersten Roll-Out. Bei PM+ Teilnehmenden wird mittels Prä-Post Erhebung die psychische Belastung quantitativ erfasst sowie die wahrgenommene Effektivität mit qualitativen Erhebungsmethoden (Interviews, Photo-Voice) eruiert. Die weitere qualitative Evaluation umfasst Interviews mit den ausgebildeten psychologischen Fachpersonen und GMs sowie mit weiteren Stakeholder:innen und orientiert sich am RE-AIM Framework. Erkenntnisse fließen kontinuierlich in den Implementierungsplan für den zweiten Roll-Out ein.

Ergebnisse: Erkenntnisse aus der Situationsanalyse und den Trainings sowie bisherige Ergebnisse aus dem Screening werden vorgestellt.

Diskussion: In Deutschland gibt es bislang keine nachhaltige Umsetzung von PM+. HOME adressiert bestehende Forschungs- und Versorgungslücken und generiert Erkenntnisse über eine optimale Anpassung an nationale Gegebenheiten.

Take Home Message für die Praxis: Akteur:innen aus der Praxis können die in HOME gewonnenen Erkenntnisse, die in Form von Implementationsleitfäden bereitgestellt werden, bei der Umsetzung von PM+ in ihren lokalen Settings nutzen.

Interessenkonflikte: Keine