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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Endometriose früh erkennen: Sensibilisierung, Aufklärung und Empowerment als Versorgungsstrategien für eine patientinnenzentrierte Versorgung
Text
Hintergrund: Endometriose ist eine häufige chronische Erkrankung. Diagnostische Verzögerungen von 6–10 Jahren können zu psychosozialen Belastungen, langanhaltenden Schmerzen und Einschränkungen in Lebensqualität und Teilhabe führen. Fehlende ärztliche Sensibilisierung, fragmentierte Versorgungsstrukturen und gesellschaftliche Stigmatisierung menstruationsassoziierter Schmerzen verschärfen die Problematik. Besonders vulnerable Gruppen sind zusätzlich durch soziale und strukturelle Faktoren belastet.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel dieser Arbeit war es, evidenzbasierte Versorgungsstrategien zur Sensibilisierung von Ärzt:innen und Aufklärung von Patientinnen abzuleiten, um diagnostische Verzögerungen zu reduzieren und Empowerment zu stärken.
Material & Methoden: Es wurde ein Scoping Review nach PRISMA-ScR (deutsch- und englischsprachige Studien 2014–2024) durchgeführt. Identifizierte Barrieren und förderliche Faktoren wurden strukturell analysiert und in priorisierte Handlungsfelder für gynäkologische Versorgungsstrategien überführt.
Ergebnisse: Zentrale Barrieren sind unzureichende Sensibilisierung von Allgemein- und Fachärzt:innen, fehlende standardisierte Diagnosepfade, fragmentierte Versorgung sowie gesellschaftliche Normalisierung und Stigmatisierung menstruationsassoziierter Schmerzen. Daraus abgeleitete Strategien umfassen (1) Integration endometriosespezifischer Inhalte in Aus-, Fort- und Weiterbildungsprogramme, (2) Standardisierte diagnostische Algorithmen in der Primärversorgung, (3) Stärkung interdisziplinärer Versorgungsnetzwerke und zertifizierter Zentren sowie (4) Aufklärung, Symptommonitoring und Empowerment von Patient:innen durch digitale Angebote.
Diskussion: Die Reduktion diagnostischer Verzögerungen erfordert strukturierte Interventionen auf Ebene von Weiterbildung, Standardisierung und interdisziplinärer Vernetzung. Sensibilisierung und patientinnenzentrierte Aufklärung verhindern Bagatellisierung und Stigmatisierung, fördern frühzeitige Diagnosen und stärken das Selbstmanagement.
Take Home Message für die Praxis: Früherkennung von Endometriose gelingt durch Sensibilisierung von Ärzt:innen, standardisierte Diagnosepfade und patientinnenzentrierte Aufklärung. Digitale Tools stärken Selbstmanagement und Kommunikationsfähigkeit, reduzieren Versorgungslücken und schaffen die Grundlage für eine systemisch verankerte, patientinnenorientierte Versorgung.
Interessenkonflikte: Keine



