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- Hautpflegeinterventionen bei Kleinkindern zur Prävention von Atopischen Ekzemen und Nahrungsmittelallergien: Ergebnisse und Methodische Implikationen einer Systematischen Übersichtsarbeit und Individual-Participant-Data-Metaanalyse
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Hautpflegeinterventionen bei Kleinkindern zur Prävention von Atopischen Ekzemen und Nahrungsmittelallergien: Ergebnisse und Methodische Implikationen einer Systematischen Übersichtsarbeit und Individual-Participant-Data-Metaanalyse
Text
Inhalt: Atopische Ekzeme und Nahrungsmittelallergien treten in der frühen Kindheit häufig gemeinsam auf und können mit einer beeinträchtigten Hautbarriere im Säuglingsalter zusammenhängen.
Diese systematische Übersichtsarbeit untersucht die Wirksamkeit von Hautpflegeinterventionen zur Prävention von Ekzemen und Nahrungsmittelallergien bei Säuglingen anhand einer individual participant data (IPD) Metaanalyse und stellt methodische Implikationen dieses Ansatzes dar.
Im Dezember 2025 führten wir eine systematische Literaturrecherche in vier bibliografischen Datenbanken und zwei Studienregistern durch. Eingeschlossen wurden randomisierte kontrollierte Studien, die Hautpflegeinterventionen (z.B. Emollienzien) bei gesunden, reifgeborenen Säuglingen (≤12 Monate) mit Standardversorgung oder keiner Behandlung verglichen. Als primäre Endpunkte definierten wir die kumulative Inzidenz von Ekzemen und IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien im Alter von 1–3 Jahren. Das Verzerrungsrisiko bewerteten wir mithilfe des „Cochrane Risk of Bias 2.0“ Instruments, die Certainty of Evidence (CoE) anhand des GRADE-Ansatzes. Die Auswertung erfolgte als prospektive IPD-Metaanalyse nach standardisierter Cochrane-Methodik.
Wir identifizierten 26 Studien und schlossen 18 Studien mit 7.615 randomisierten Teilnehmenden (14 Studien mit IPD) in eine oder mehrere Metaanalysen ein. Wir bewerteten die Evidenz meist mit einer niedrigen CoE und das Verzerrungsrisiko mit some concerns. Hautpflegeinterventionen im Säuglingsalter beeinflussen das Ekzemrisiko im Alter von 1–3 Jahren wahrscheinlich nicht (RR 0.94, 95% KI 0.77 bis 1.15, 10 Studien) und das Risiko einer IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergie (RR 1.28, 95% KI 0.39 bis 4.23, 4 Studien) möglicherweise nicht.
Hautpflegeinterventionen im ersten Lebensjahr können Ekzeme bei gesunden Säuglingen wahrscheinlich nicht vorbeugen und das Risiko für Nahrungsmittelallergien möglicherweise nicht verändern. Weitere Studien sind erforderlich, um zu verstehen, ob unterschiedliche Hautpflegeansätze bei Säuglingen Ekzeme oder Nahrungsmittelallergien verhindern können. Die Verwendung von IPD ermöglichte eine studienübergreifende Datenharmonisierung und ging häufig mit einem geringeren Verzerrungsrisiko einher als Studienergebnisse auf Basis aggregierter Daten.
Die regelmäßige Anwendung von Emollienzien oder ähnlichen Hautpflegeinterventionen bei gesunden Säuglingen bietet wahrscheinlich keinen Nutzen zur Prävention von Ekzemen oder Nahrungsmittelallergien.
Interessenkonflikte: Prof. Dr. Christian Apfelbacher ist PI und Sprecher der Forschungsgruppe HELICAP und zugleich im Kongresspräsidium der DGSMP.
Im Rahmen von HELICAP ist dieser Abstract/dieses Symposium entstanden.
Die eingereichten Abstracts wurden unabhängig erstellt. Es bestand kein Einfluss auf Auswahl- oder Begutachtungsprozesse; entsprechende Maßnahmen zur Wahrung der Unabhängigkeit und Objektivität wurden eingehalten.



