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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Informationssuche zu gesundheitlichen Fragestellungen mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) – Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung

Martin Wegmann - Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), Ref. Q 3 Evaluation, Methoden und Forschungsdaten, Deutschland

Text

Hintergrund: Künstliche Intelligenz verändert bereits heute, wie Menschen nach Gesundheitsinformationen suchen – und eröffnet neue Chancen für die öffentliche Gesundheitskommunikation.

Zielsetzung/Fragestellung: Analyse der Nutzung, Bewertung und Einstellungen gegenüber KI-basierten Anwendungen bei der Suche nach Gesundheitsinformationen.

Material & Methoden: Repräsentative Online-Befragung (CAWI) der deutschsprachigen Wohnbevölkerung ab 16 Jahren im Dezember 2025. Stichprobe: n = 2.013 Befragte; repräsentativ nach Alter, Geschlecht, Bildung und Bundesland.

Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass bereits 60% der Bevölkerung KI-Anwendungen für gesundheitliche Fragestellungen genutzt haben. KI-basierte Informationen werden überwiegend als verständlich wahrgenommen (76%), jedoch bleibt das Vertrauen insgesamt moderat (37%). Gleichzeitig berichten 36% der Nutzenden von Erfahrungen mit potenziellen Fehlinformationen. Zentrale Anforderungen an KI-Angebote sind Transparenz, insbesondere durch Quellenangaben (73%), sowie die Möglichkeit zur eigenständigen Verifikation. Auffällig ist die Diskrepanz zwischen der geringen direkten Nutzung öffentlicher Informationsangebote und dem hohen Vertrauen in diese: 64% der Befragten würden KI-gestützten Gesundheitsinformationen stärker vertrauen, wenn sie von öffentlichen Einrichtungen bereitgestellt werden.

Diskussion: KI ist bereits heute ein relevanter Zugang zu Gesundheitsinformationen und gewinnt weiter an Bedeutung. Vertrauen ist ein entscheidender Faktor – öffentliche sowie wissenschaftlich geprüfte Angebote haben einen klaren Vorteil, werden bislang aber selten direkt aufgerufen. Weiterhin besteht ein starker Wunsch nach Transparenz, z. B. durch Quellenangaben, geprüfte Inhalte, Weiterverlinkungen.Es gibt eine große Bereitschaft der Nutzenden, geprüfte KI-Angebote aktiv aufzusuchen.

Take Home Message für die Praxis: Für die Praxis bedeuten die Ergebnisse: Klassische Informationsangebote allein reichen nicht mehr aus. Öffentliche Akteure wie das BIÖG sollten evidenzbasierte Inhalte aktiv in KI-gestützte Zugangswege überführen – etwa durch eigene Anwendungen oder als Qualitätsanbieter in bestehenden Systemen. Der größte Hebel liegt nicht im „Mehr an Information“, sondern im richtigen Zugang zur richtigen Information: niedrigschwellig, transparent und sichtbar qualitätsgesichert.

Interessenkonflikte: Keine