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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

KI-gestützte Förderung von Gesundheitskompetenz im Bereich Public Health

Bernhard Buhs - Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), Querschnitt Forschung, Zielgruppen und Lebenslagen, Deutschland

Text

Hintergrund: KI ist im Gesundheitswesen vor allem in der klinischen Versorgung angekommen. Bevölkerungsbezogene Anwendungen im Public-Health-Kontext stehen jedoch noch am Anfang. Gleichzeitig eröffnet KI neue Möglichkeiten, personalisierte Gesundheitsinformationen bereitzustellen, Lernprozesse zu unterstützen und benachteiligte Gruppen gezielter zu erreichen.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel des Beitrags ist es, den aktuellen Forschungsstand zur KI-gestützten Förderung von Gesundheitskompetenz im Bereich Public Health zu analysieren und relevante Anwendungsfelder von KI zur Förderung der öffentlichen Gesundheit zu identifizieren.

Material & Methoden: Grundlage war ein vom BIÖG beauftragtes Desktop Review auf Basis einer systematischen Literaturrecherche. Eingeschlossen wurden deutsch- und englischsprachige Publikationen aus den Jahren 2010 bis 2024 mit Fokus auf KI-Technologien zur Förderung von Gesundheitskompetenz. Die Suche erfolgte in den Datenbanken PubMed, PsycINFO und CareLit, ergänzt durch Google Scholar und Rückwärtssuche in Referenzlisten. Die Publikationen wurden nach Beitragstyp kategorisiert und deskriptiv ausgewertet.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 265 Referenzen identifiziert, davon 134 nach dem Screening eingeschlossen. Über 70% der Studien stammen aus den USA, 21% aus Europa. Besonders häufig untersucht wurden KI-Sprachmodelle wie ChatGPT (n = 78), teils im Vergleich mit anderen Systemen. Die Anwendungen konzentrierten sich auf die Vereinfachung medizinischer Informationen, virtuelle Assistenzen sowie personalisierte Prävention und Gesundheitsbildung. Viele Systeme befinden sich noch in der Entwicklungs- oder Evaluationsphase. Die meisten Studien sind eher der Versorgung zuzuordnen; ein expliziter Public-Health-Bezug bleibt häufig unterbelichtet.

Diskussion: KI bietet Potenzial zur Förderung von Gesundheitskompetenz, insbesondere durch niedrigschwellige Informationsvermittlung. Neben Anwendungen in der Versorgung zeichnen sich Public-Health-Perspektiven etwa in der Impfaufklärung und Prävention ab. Herausforderungen bestehen vor allem hinsichtlich Qualität und Faktentreue, Bias und Fairness, Transparenz und Nachvollziehbarkeit sowie gesellschaftlicher Akzeptanz. Für eine nachhaltige Nutzung braucht es technische Weiterentwicklung, Kompetenzaufbau bei Fachkräften und Bevölkerung sowie verlässliche ethische und rechtliche Rahmenbedingungen.

Take Home Message für die Praxis: KI kann Gesundheitsinformationen zugänglicher machen, erfordert aber neue Strategien für Qualität, Transparenz und Vertrauen.

Interessenkonflikte: Keine