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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Eine Analyse der realen Lebenswelt der Generation 65+ bei Hitze in städtischen und ländlichen Gebieten im Raum Frankfurt

Kirsten Duggan - Stadt Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland
Sarah Heidenreiter - Universität Bayreuth, Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften, Bayreuth, Deutschland
Michael Lauerer - Universität Bayreuth, Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften, Bayreuth, Deutschland
Peter Tinnemann - Stadt Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland
Anette Christ - Stadt Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland

Text

Hintergrund: Die gesundheitlichen Folgen hoher thermischer Belastungen unterscheiden sich von Region zu Region und werden u.a. beeinflusst durch die Bevölkerungs- und Sozialstruktur sowie die Gesundheitsinfrastruktur und deren Erreichbarkeit für die Bevölkerung.

Zielsetzung: Im Frankfurter Teilprojekt führt das Gesundheitsamt Frankfurt am Main zur Ableitung der Gesundheitsresilienz bzw. Anpassungskapazität der älteren Bevölkerung an Hitze eine Befragung in deren realer Lebenswelt durch. Dies umfasst das spezifische Hitzeerleben, den Umgang mit Hitze und die Verfügbarkeit und Nutzung von Hilfsmitteln bzw. Anpassungsmaßnahmen sowohl in der Stadt Frankfurt am Main wie auch im ländlichen Umkreis.

Methodik: Zielgruppe der Befragung sind Personen im Alter von 65+, wohnhaft in Frankfurt oder einem der umliegenden Landkreise in Pflegeeinrichtungen (berechnete Fallzahl: N=250; Power 0.8 (1-β err. Prob.); α-Fehler 0.05) sowie im häuslichen Umfeld (N=82; Power 0.8 (1-β err. Prob.); α-Fehler 0.05; Effektstärke 0.4 (Cohens d)). Zusätzlich werden Einrichtungsleitungen befragt.

Die semi-strukturierten Fragebögen beinhalten u.a. Fragen zum Gesundheitszustand und sozioökonomischem Status, zum Umgang mit Hitze und zur sozialen Einbindung. Der Einfluss bestehender Klimaanpassungsmaßnahmen auf die hitzebedingte Vulnerabilität soll analysiert werden.

Ergebnisse/Diskussion: Die Erhebung ist noch nicht abgeschlossen, erste Ergebnisse liegen aber vor – während viele Senioren z.B. gut über Eigenschutzmaßnahmen Bescheid wissen, zeigen sich aber, z.B. im Bereich Arzneimittel, auch deutliche und ggf. gesundheitsgefährdende Lücken. Hessen hat vor allem in betreuten Einrichtungen bereits zahlreiche Hitzeschutzmaßnahmen etabliert. Unklar ist, ob diese zum Schutz der vulnerablen älteren Bevölkerungsgruppe ausreichen. Daher werden die Befragungsergebnisse mit dem Frankfurter Hitzemonitoring (Analyse hitzebedingter Mortalität und Morbidität mit Sozialraumfokus) kombiniert. Ziel ist es, regionale Klimaanpassungsmaßnahmen zu entwickeln, die die Gesundheitsresilienz stärken und künftig helfen, hitzebedingte Erkrankungen und Todesfälle zu reduzieren.

Take Home Message: Durch die Kombination von Bevölkerungsbefragungen und Hitzemonitoring sollen Erkenntnisse gewonnen werden, um regionale Klimaanpassungsmaßnahmen zu entwickeln. Daraus können konkrete Empfehlungen abgeleitet werden, die helfen, hitzebedingte Krankheiten und Todesfälle zu verringern.

Interessenkonflikte: Keine