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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Privates Vermögen in Deutschland – eine wenig beachtete soziale Determinante der Gesundheit
Text
Hintergrund: Vermögen ist in Deutschland sehr ungleich verteilt, was von manchen als ungerecht und mögliche Bedrohung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt wahrgenommen wird. Sehr wenig ist bisher zu Vermögensungleichheit in der Gesundheit in Deutschland bekannt.
Zielsetzung/Fragestellung: Wie stellt sich Vermögensungleichheit in der selbstberichteten allgemeinen Gesundheit (SRH) dar und zeigt Vermögen Zusammenhänge mit Gesundheit über andere sozioökonomische Determinanten hinaus?
Material & Methoden: Auf Basis des Vermögensmoduls 2017 des Sozio-oekonomischen Panels wurden a) altersadjustierte Prävalenzen (adj. Präv) einer schlechten SRH („mittelmäßig“, „schlecht“ oder „sehr schlecht“) mittels logistischer Regressionsmodelle für vier Vermögenskategorien („Schulden“, „kein Vermögen“, „Vermögen unter dem höchsten Quintil“, „Vermögen im höchsten Quintil“) und b) adjustierte Prävalenzverhältnisse (aPR) einer schlechten SRH zwischen den Vermögensgruppen mittels multivariabel adjustierter Poisson-Regressionsmodelle geschätzt, die zunächst für Alter und Wohnregion und dann zusätzlich für Einkommen, Bildung, Erwerbsstatus und Migrationsgeschichte adjustiert wurden.
Ergebnisse: (Vorläufige Ergebnisse)
Von den 30.035 eingeschlossenen Personen ≥ 18 Jahren (15.677 Frauen) hatten rund 31% Schulden oder kein Vermögen. Personen mit Schulden hatten deutlich häufiger eine schlechte SRH (adj. Präv 33%, 95%-KI 29-37%) als diejenigen ohne Vermögen (adj. Präv 27%, 95%-KI 25-29%) oder mit etwas Vermögen (adj. Präv 17%, 95%-KI 16-18%) oder hohem Vermögen (adj. Präv 13%, 95%-KI 12-15%). Im Vergleich zu Personen mit hohem Vermögen hatten Personen mit Schulden (aPR 2,53, 95%-KI 2,13-3,02), ohne Vermögen (aPR 1,97, 95%-KI 1,71-2,27) und etwas Vermögen (aPR 1,29 95%-KI 1,13-1,46) erhöhte Risiken für eine schlechte SRH. Das relative Risiko reduzierte sich nach Adjustierung für weitere sozioökonomische Variablen, blieb aber für die Gruppe mit Schulden (aPR 1,86, 95%-KI 1,53-2,26) und ohne Vermögen (aPR 1,27, 95%-KI 1,08-1,49) erhöht.
Diskussion: Diese ersten Analysen zu Vermögensungleichheit in SRH in Deutschland zeigen einen deutlichen sozialen Gradienten mit schlechterer Gesundheit bei Menschen mit Schulden oder ohne Vermögen.
Take Home Message für die Praxis: Vermögen ist eine wichtige eigenständige sozioökonomische Determinante der Gesundheit und sollte stärker in den Fokus sozialepidemiologischer Forschung und politischer Interventionen zur Förderung gesundheitlicher Chancengerechtigkeit gerückt werden.
Interessenkonflikte: Keine



