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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
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Armut und Gesundheitsförderung/Prävention im DACH-Raum – Ergebnisse eines Scoping Reviews
Text
Hintergrund: Armut und Gesundheit bedingen sich gegenseitig. Zielgruppenspezifische Maßnahmen der Prävention und der Gesundheitsförderung gelten als zentrale Strategie, gesundheitliche Chancengerechtigkeit positiv zu beeinflussen. Die soziallagenbezogene Gesundheitsförderung bietet evidenzbasierte Kriterien für Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention mit sozial benachteiligten Gruppen. Bislang liegt jedoch kein systematischer Überblick über die Benachteiligung armer Menschen in Bezug auf Gesundheitsförderung und Prävention vor.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel dieses Scoping Reviews war es, einen Überblick über den Forschungsstand zur Versorgung armutsbetroffener Menschen mit Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention im DACH-Raum zu geben. Dabei wurden die Dimensionen Zugang, Inanspruchnahme und Qualität besonders berücksichtigt.
Material & Methoden: Es wurde ein Scoping Review nach PRISMA-ScR sowie eine Handsuche in Fachzeitschriften im DACH-Raum (Österreich, Deutschland, Schweiz) durchgeführt. In Anlehnung an Klein und von dem Knesebeck (2022) wurden Zugang, Inanspruchnahme und Qualität von Gesundheitsförderung und Prävention durch arme Menschen analysiert. Dabei wurden Zielgruppen, das Verständnis und Indikatoren zur Messung von Armut erfasst.
Ergebnisse: Von 2.687 Treffern wurden 25 Volltexte einbezogen. Die vorläufigen Ergebnisse belegen, dass Zugang, Inanspruchnahme und Qualität von Gesundheitsförderung und Prävention in unterschiedlichem Maße für verschiedene armutsbetroffene Zielgruppen eingeschränkt sind. Ferner zeigt sich, dass Armutsindikatoren in den Studien seltener als Indikatoren der sozialen Ungleichheit (SES, SEP, Deprivation) oder synonym mit diesen verwandt werden.
Diskussion: Die Ergebnisse unterstreichen, dass Armut als komplexe Lebenslage(n) auf Benachteiligungen in Bezug auf Gesundheitsförderung und Prävention Einfluss nimmt. Armutsbetroffenheit sollte in der Forschung zu Gesundheitsförderung und Prävention als eigenständige analytische Kategorie definiert, verwandt und analysiert werden. Dies könnte Nutzen für praktische Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention verbessern und fundierte Erkenntnisse als Entscheidungsgrundlage für aktuelle Reformen der Gesundheitsversorgung generieren.
Take Home Message für die Praxis: Armutsbetroffenheit steht im Zusammenhang mit ungleichen Bedingungen im Zugang, in der Inanspruchnahme und in der Qualität von Gesundheitsförderung und Prävention und ist in Forschungsvorhaben im DACH-Raum bislang unzureichend konzeptualisiert.
Interessenkonflikte: Keine



