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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Problematische Social-Media-Nutzung in Deutschland: von der Bestandsaufnahme zur Lösung
Text
Hintergrund: Die Nutzung von Social Media kann bei übermäßigem Konsum mit negativen psychosozialen Konsequenzen einhergehen. Einen potenziellen Schutzfaktor gegenüber diesen Risiken im digitalen Raum stellt die eigene Gesundheitskompetenz dar. Das Zusammenspiel zwischen problematischer Nutzung und Gesundheitskompetenz über verschiedene Altersgruppen hinweg ist jedoch bisher unzureichend erforscht.
Zielsetzung/Fragestellung: Die Studie untersucht das Auftreten problematischer Social-Media-Nutzung bei Jugendlichen (12–17 Jahre) und Erwachsenen (ab 18 Jahren) in Deutschland sowie Zusammenhänge mit der allgemeinen Gesundheitskompetenz und soziodemografischen Faktoren. Zudem werden konkrete Handlungsempfehlungen und Präventionsstrategien diskutiert.
Material & Methoden: Es wurden Querschnittsdaten von ca. 2.000 Jugendlichen und ca. 3.000 Erwachsenen in Deutschland analysiert. Die problematische Nutzung wurde mit der Bergen Social Media Addiction Scale (BSMAS; Cut-off ≥19) gemessen. Die allgemeine Gesundheitskompetenz wurde mittels der validierten Kurzform des European Health Literacy Survey Questionnaire (HLS-EU-Q16) erfasst.
Ergebnisse: Jugendliche zeigten eine fast sechsfach höhere problematische Social-Media-Nutzung als Erwachsene (ca. 24% vs. ca. 4%). Weibliche Befragte wiesen in beiden Gruppen signifikant häufiger problematisches Nutzungsverhalten auf als männliche Personen. Eine unzureichende allgemeine Gesundheitskompetenz war signifikant mit problematischem Nutzungsverhalten assoziiert: Personen mit niedriger Gesundheitskompetenz zeigten deutlich häufiger eine problematische Social-Media-Nutzung als Personen mit hoher Gesundheitskompetenz. Eine weiterführende, detaillierte Beschreibung potenzieller Risikogruppen erfolgt im Vortrag.
Diskussion: Problematische Social-Media-Nutzung betrifft primär Heranwachsende und folgt klaren geschlechtsspezifischen Mustern. Die allgemeine Gesundheitskompetenz erweist sich über die verschiedenen Lebensphasen hinweg als konsistenter korrelativer Faktor im Zusammenhang mit diesem problematischen Nutzungsverhalten. Limitationen des Studiendesigns sowie resultierende Handlungsempfehlungen werden im Vortrag adressiert.
Take Home Message für die Praxis: Präventionsstrategien gegen die problematische Nutzung sozialer Medien müssen alters- und geschlechtersensibel gestaltet werden. Die gezielte Förderung der allgemeinen Gesundheitskompetenz bietet dabei einen möglichen populationsübergreifenden Ansatzpunkt für präventive Interventionen.
Interessenkonflikte: Keine



