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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Getragen durch Sinn, gestärkt durch Führung: Wohlbefinden am Arbeitsplatz in Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens

Florian Fischer - Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten, Bayerisches Zentrum Pflege Digital, Kempten, Deutschland
Johanna Aigner - Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten, Bayerisches Zentrum Pflege Digital, Kempten, Deutschland

Text

Hintergrund: Auch für das betriebliche Setting gilt es 40 Jahre nach Verabschiedung der Ottawa-Charta weiterhin, über die Veränderung von Strukturen und Prozesse eine gesundheitsfördernde Umwelt zu gestalten.

Zielsetzung/Fragestellung: Es stellt sich die Frage, welche organisationalen Faktoren Wohlbefinden am Arbeitsplatz in Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens fördern.

Material & Methoden: An einer standardisierten Befragung des Kompetenzzentrums KompIGA, die als Vollerhebung bei einem Träger sozialer Einrichtungen durchgeführt wurde, haben 658 Personen teilgenommen (Response: 22%). Über Zustimmungsfragen auf Likert-Skalen wurden subjektive Einschätzungen zum Arbeitsplatz erhoben. In ein lineares Regressionsmodell wurden insgesamt 13 Variablen bestehend aus individuellen Charakteristika (Alter und Geschlecht) und Einschätzungen zum Arbeitsumfeld aufgenommen, um Faktoren zu identifizieren, die signifikant (p<0,05) mit dem Wohlbefinden am Arbeitsplatz assoziiert sind.

Ergebnisse: Es stimmten 54,5% der Befragten der Aussage zu, sich am Arbeitsplatz wohlzufühlen; weitere 40,0% stimmten eher zu. Signifikante Zusammenhänge mit einer positiven Wahrnehmung des Arbeitsplatzes zeigten sich bei Zustimmungen zu den Aussagen, dass man einen sinnstiftenden Beruf ausübt (p<0,001) und sich von der direkten Führungskraft unterstützt fühlt (p=0,018). Empfundener Zeitdruck war negativ aber nicht signifikant (p=0,053) mit dem Wohlbefinden assoziiert. Ebenso waren beispielsweise keine signifikanten Zusammenhänge mit der Berücksichtigung von Anregungen bei der Dienstplangestaltung, der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, der Zusammenarbeit im Team, strukturierten Arbeitsabläufen oder der Teilnahme an Angeboten zur Gesundheitsförderung ersichtlich. Die Ergebnisse bleiben stabil, wenn dasselbe Modell ausschließlich mit Beschäftigten in der beruflichen Pflege gerechnet wird.

Diskussion: Es zeigt sich ein hohes Wohlbefinden der Befragten in ihrem Arbeitsumfeld. Im Vordergrund stehen dabei insbesondere Faktoren zeitgemäßen Arbeitens wie freier Zeiteinteilung, Sinnstiftung sowie der Unterstützung durch Führungskräfte. Berufsgruppenübergreifend wird hier die Bedeutung organisationaler Konzepte wie New Work und transformationaler Führung deutlich.

Take Home Message für die Praxis: Das Zusammenspiel von Autonomie und Unterstützung hat eine hohe Relevanz bei der (Neu-)Gestaltung gesundheitsfördernder Arbeitsbedingungen in Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens.

Interessenkonflikte: Keine