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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Social Prescribing in der Primärversorgung: Wahrnehmungen und Einstellungen von Allgemeinmediziner:innen in Deutschland und Österreich

Christina Radl-Karimi - Medizinische Universität Graz, Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung, Graz, Österreich
Dora Haxhija - Goethe-Universität Frankfurt am Main, Institut für Allgemeinmedizin, Frankfurt am Main, Deutschland
Michael Paulitsch - Goethe-Universität Frankfurt am Main, Institut für Allgemeinmedizin, Frankfurt am Main, Deutschland
Jennifer Engler - Goethe-Universität Frankfurt am Main, Institut für Allgemeinmedizin, Frankfurt am Main, Deutschland; Gesundheitsamt Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland
Nicole Posch - Medizinische Universität Graz, Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung, Graz, Österreich
Ulrike Spary-Kainz - Medizinische Universität Graz, Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung, Graz, Österreich
Andrea Siebenhofer - Medizinische Universität Graz, Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung, Graz, Österreich; Goethe-Universität Frankfurt am Main, Institut für Allgemeinmedizin, Frankfurt am Main, Deutschland

Text

Hintergrund: Social Prescribing (SP) ist ein innovativer, patientenzentrierter Ansatz in der Primärversorgung, bei dem Patient:innen mit psychosozialen Herausforderungen gezielt an soziale Unterstützungsangebote vermittelt werden. International gewinnt SP zunehmend an Bedeutung. Obwohl insbesondere in Österreich bereits erste Pilot-Projekte umgesetzt werden, ist die Perspektive von Allgemeinmediziner:innen auf SP in Deutschland und Österreich bislang nur wenig untersucht.

Zielsetzung/Fragestellung: Anhand von zwei Online-Befragungen wurde in einer Querschnittsstudie unter Allgemeinmediziner:innen in Deutschland (n=101) und Österreich (n=160) untersucht, wie bekannt SP ist, in welchem Umfang es genutzt wird und wie dieser Ansatz von den Ärzt:innen wahrgenommen wird. Darüber hinaus wurden Potenziale sowie Barrieren für eine mögliche Implementierung in der Primärversorgung identifiziert.

Diskussionspunkt: Die Ergebnisse weisen auf ein positives Potenzial für SP in der Primärversorgung hin, bei gleichzeitig begrenzter struktureller Verankerung. Für eine erfolgreiche Implementierung erscheinen insbesondere Informationsangebote, regionale Netzwerkstrukturen sowie unterstützende Rollen (z. B. durch eine Fachkraft mit Link Working-Funktion) relevant.

Inhalt: In beiden Ländern war der Begriff Social Prescribing vielen Befragten zunächst nicht bekannt, wobei die Bekanntheit in Österreich etwas höher war. Nach einer Erläuterung des Begriffs berichteten jedoch viele, bereits informell Patient:innen an nicht-medizinische Angebote in der Umgebung zu vermitteln, und zeigten eine hohe Bereitschaft, SP auch künftig anzuwenden.

Häufig genannte soziale Themen im Praxisalltag, bei denen SP als hilfreich eingeschätzt wurde, waren insbesondere Einsamkeit, psychische Belastungen sowie die Pflege von Angehörigen. Als zentrale Barrieren für eine Implementierung wurden vor allem Zeitmangel während der Konsultation, fehlende Informationen über lokale Unterstützungsangebote sowie fehlende organisatorische Voraussetzungen genannt.

Take Home Message für die Praxis: Allgemeinmediziner:innen begegnen häufig sozialen Problemlagen, für die eine alleinige medizinische Versorgung allein nicht ausreicht. Social Prescribing könnte ein passender Ansatz sein, um Patient:innen systematisch mit entsprechenden nicht-medizinischen Unterstützungsangeboten zu verbinden.

Interessenkonflikte: Keine