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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Der Vergleich von schulärztlichen Diensten im deutschsprachigen Raum

Maria Steinböck - Medizinische Universität Graz, Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung, Graz, Österreich
Ulrike Spary-Kainz - Medizinische Universität Graz, Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung, Graz, Österreich
Hanna Granitzer - Medizinische Universität Graz, Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung, Graz, Österreich
Laura Plotho - Medizinische Universität Graz, Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung, Graz, Österreich
Nathalie Berger - Medizinische Universität Graz, Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung, Graz, Österreich
Andrea Siebenhofer - Medizinische Universität Graz, Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung, Graz, Österreich; Goethe-Universität Frankfurt am Main, Institut für Allgemeinmedizin, Frankfurt am Main, Deutschland

Text

Hintergrund: Der schulärztliche Dienst spielt eine zentrale Rolle in der Förderung und Erhaltung der Gesundheit von Schüler:innen. Er umfasst Vorsorgeuntersuchungen, Früherkennung von Erkrankungen und gesundheitliche Beratung, bewertet ergonomische und hygienische Schulbedingungen und unterstützt präventives Verhalten sowie die psychische Gesundheit. In Deutschland, Österreich und der Schweiz bestehen dabei unterschiedliche Ausprägungen und Zuständigkeiten des schulärztlichen Dienstes

Zielsetzung/Fragestellung: „Wie unterscheiden sich die schulärztlichen Dienste an öffentlichen Schulen während der Schulzeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz hinsichtlich Struktur, Aufgaben und Organisation?“

Material & Methoden: Wir führten eine qualitative, vergleichende und deskriptive Sekundäranalyse von Rechts- und Organisationsdokumenten zum Schulgesundheitsdienst aus Österreich, Deutschland und der Schweiz durch. Die Dokumente wurden zwischen November 2024 und Juni 2025 durch strukturierte Recherchen auf Websites von Bundes-, Landes- und Kantonsbehörden sowie durch manuelle Durchsicht institutioneller Webseiten ermittelt. Die Inhalte wurden unter Verwendung des Primary Care Monitoring System ausgewertet.

Ergebnisse: Diese vergleichende Analyse zeigt auf, wie drei Länder – Österreich, Deutschland und die Schweiz – trotz unterschiedlicher Verwaltungs-, Finanzierungs- und Umsetzungsstrukturen ähnliche präventive Ziele im Bereich der schulischen Gesundheitsversorgung verfolgen. In allen drei Systemen konzentrieren sich die Aufgabenbereiche auf Vorsorgeuntersuchungen, Beratung, Impfmaßnahmen, Infektionskontrolle, Schutzmaßnahmen sowie Beratung zu Ergonomie und Hygiene. Die Behandlung beschränkt sich in der Regel auf Erste Hilfe mit Überweisung an die Primärversorgung.

Diskussion: Eine engere Verknüpfung der Schulgesundheitsdienste mit den Vorsorgeplänen der Primärversorgung könnte Doppelarbeit reduzieren und die Kontinuität stärken.

Nationale Mindeststandards mit regionaler Flexibilität, erweiterte interprofessionelle Kapazitäten und eine verstärkte digitale Gesundheitsberichterstattung könnten die Gerechtigkeit, Kontinuität und Vergleichbarkeit zwischen den Systemen verbessern. Ein kontinuierlicher länderübergreifender Erfahrungsaustausch stellt eine wesentliche Grundlage für die Weiterentwicklung schulischer Gesundheitsdienste im deutschsprachigen Raum dar.

Take Home Message für die Praxis: Trotz unterschiedlicher organisatorischer und finanzieller Strukturen verfolgen alle drei Länder vergleichbare Ziele, wobei der Fokus klar primär präventiv ausgerichtet ist.

Interessenkonflikte: Keine