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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen mit allergischem Kontaktekzem: querschnittliche Ergebnisse der KiGGS Welle 2
Text
Hintergrund: Das allergische Kontaktekzem (AKE) ist eine entzündliche Hauterkrankung, die mit Einschränkungen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQoL) einhergehen kann. Zur Krankheitslast in pädiatrischen Populationen liegen bislang jedoch nur begrenzte bevölkerungsbezogene Daten und Analysen vor.
Zielsetzung/Fragestellung: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen AKE und HRQoL in einer bundesweit repräsentativen Stichprobe von Kindern und Jugendlichen unter Berücksichtigung soziodemographischer und psychosozialer Faktoren sowie atopischen Komorbiditäten.
Material & Methoden: Analysiert wurden Daten der zweiten Erhebungswelle der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS Welle 2, 2014–2017). Die Stichprobe umfasst N = 15.023 Teilnehmende im Alter von 0–17 Jahren. Lebenszeit (LZP)- und 12-Monatsprävalenzen (12MP) vom AKE basieren auf elternberichteten ärztlichen Diagnosen. HRQoL wurde mit dem KIDSCREEN-10 (7–10 Jahre) und KIDSCREEN-27 (11–17 Jahre) erhoben. Zusammenhänge zwischen AKE und HRQoL wurden mittels linearer Regressionen untersucht. Für anhand eines Directed Acyclic Graph (DAG) identifizierte potenzielle Confounder wurde statistisch adjustiert.
Ergebnisse: Die LZP vom AKE betrug 2,7% (n = 423), die 12MP 1,2% (n = 178). Nach Adjustierung für Alter, Geschlecht, sozioökonomischen Status, Migrationshintergrund, atopischen Komorbiditäten und psychologischen Variablen (ADHS und emotionale Probleme) war die LZP des AKE bei Kindern im Alter von 7–10 Jahren signifikant mit einer reduzierten HRQoL assoziiert (β = –2,94; p < 0,01). Bei Jugendlichen (11–17 Jahre) zeigte sich eine Assoziation zwischen LZP und der KIDSCREEN-27-Subskala „Beziehung zu Eltern & Autonomie“ (β = –1,52; p < 0,05). Die 12MP war in dieser Altersgruppe mit geringeren Werten in den Subskalen „Körperliches Wohlbefinden“ (β = –3,25; p < 0,05) sowie „Beziehung zu Eltern & Autonomie“ (β = –1,83; p < 0,05) verbunden.
Diskussion: AKE ist bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland mit einer geringen, aber messbaren Einschränkung der HRQoL assoziiert. Trotz kleiner Effektstärken zeigen sich für einzelne Dimensionen statistisch signifikante Zusammenhänge. Dass diese Effekte auch mit einem generischen Instrument wie dem KIDSCREEN nachweisbar sind, unterstreicht die psychosoziale Krankheitslast des AKE im Kindes- und Jugendalter.
Take Home Message für die Praxis: Das AKE im Kindes- und Jugendalter stellt nicht nur eine dermatologische, sondern auch eine psychosoziale Krankheitslast dar.
Interessenkonflikte: Keine



