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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Arbeitsplatz Notaufnahme: Arbeitsbedingungen und Optimierungsbedarf aus ärztlicher Sicht mit Fokus auf Geschlecht und beruflichem Status – Ergebnisse aus einem deutschlandweiten Onlinesurvey „Personalsituation in der Notaufnahme“

Martina Schmiedhofer - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Notfall- und Akutmedizin CCM, CVK, Berlin, Deutschland
Anna Slagman - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Notfall- und Akutmedizin CCM, CVK, Berlin, Deutschland
Antje Fischer-Rosinský - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Notfall- und Akutmedizin CCM, CVK, Berlin, Deutschland
Fereschta Möhring - Praxis Möhring, Deutschland
Eva-Maria Steppeler - Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH, Vivantes Klinikum Neukölln Zentrale Notaufnahme, Deutschland
Daniela Krüger - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Notfall- und Akutmedizin CCM, CVK, Berlin, Deutschland

Text

Hintergrund: Die Reform der Notfallversorgung ist Teil einer gesundheitspolitischen Debatte. Daten zu Zufriedenheit und Verbleibperspektive der an der Versorgung Beteiligten liegen kaum vor.

Zielsetzung/Fragestellung: Nach Geschlecht und Berufsstatus differenzierte Erhebung von Lebenssituation, Arbeitszufriedenheit und Verbleibperspektive sowie Verbesserungsvorschläge von Notaufnahmepersonal.

Material & Methoden: Ärztliches Notaufnahmepersonal wurde per Onlineumfrage von Juli 2023 bis Juli 2024 zu Lebenssituation, Arbeitszufriedenheit, Verbleibperspektive und Verbesserungsvorschlägen befragt. Soziodemografische Daten, Berufsstatus und Verbesserungsvorschläge wurden erhoben.

Ergebnisse: Von 398 Teilnehmenden sind 167 männlich (26–65 J. Mittelwert (MW) 41) und 164 weiblich (20–62 J., MW 39). Der Männeranteil steigt mit beruflichen Status. 56% der Ober/Fachärzt:innen und 54% der Assistenzärzt:innen sind weiblich, unter den Leitenden Ärztinnen nur 34%. Unterschiedliche Lebenssituationen werden exemplarisch dargestellt für die Leitenden Ärzt:innen: Bei ähnlicher Altersstruktur ((Leitende Ärzte (n=61) MW 49 Jahre (35–65); Leitende Ärztinnen (n=33) MW 48 Jahre (37–60)) lebten Männer zu 76% mit Partner:in im Haushalt, Frauen zu 57%. Der Stellenumfang der Partner:innen war bei Ärzten im MW 69%, bei Ärztinnen 92%. 78% sind Väter und 73% Mütter; Ärzte hatten im MW 4 Monate Elternzeit genommen, Ärztinnen 13. Bei Teilnehmenden aller Statusstufen war die Arbeitszufriedenheit ( 1 „sehr“ bis 5 „gar nicht zufrieden“) bei Ärztinnen mit 2,39 etwas geringer als bei Ärzten mit 2,17. In 5 Jahren sahen sich noch 55% der Männer und 45% der Frauen in einer Notaufnahme, Leitende Ärzt:innen gaben 72% an. Voraussetzungen zum Verbleib haben 187 Teilnehmende im Freitext ausgeführt. Mehrheitlich wurde Verbesserungsbedarf in der Organisation der Notaufnahme durch bessere Personalausstattung, Entlastung bei Schichtarbeit und mehr Fortbildung genannt. Mehr Wertschätzung und Gleichwertigkeit mit anderen Abteilungen z.B. bei Verlegungen wurde gewünscht. Die Entlastung durch die Versorgung ambulanter behandelbarer Patient:innen, die Einführung des Facharztes für Notfallmedizin und verbesserte Abrechnungsmodalitäten waren weitere Forderungen.

Diskussion: Genderspezifische Lebenskonzepte beeinflussen die Karrierechancen von Notaufnahmeärztinnen. Die strukturelle Überlastung in Notaufnahmen belastet die Verbleibperspektive aller Ärzt:innen.

Take Home Message für die Praxis: Arbeitsbedingungen in Notaufnahmen sind unter Beachtung familiärer Anforderungen organisational zu verbessern.

Interessenkonflikte: Keine