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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Versorgungsqualität von Patient:innen mit Hypertonie in einem nationalen MVZ-Verbund: standortübergreifende Analyse
Text
Hintergrund: Die Hypertonie gehört zur täglichen hausärztlichen Arbeit und zeigt eine altersabhängige Prävalenz. Ihr Anstieg im Zuge der demografischen Alterung zählt zu den Herausforderungen der Zukunft. Angesichts einheitlicher Leitlinien und Rahmenbedingungen sollte ihre Versorgungsqualität innerhalb eines MVZ-Verbundes weitgehend homogen sein. Die Leitlinienumsetzung scheiterte in der Vergangenheit an der herausfordernden Menge umfänglicher, hausärztlich relevanter Leitlinien.
Zielsetzung/Fragestellung: Unser Ziel war die Beschreibung der Hypertonieversorgung anhand leitlinienrelevanter Qualitätsindikatoren aus Routinedaten und Vergleich auf Standortebene innerhalb eines MVZ-Verbundes (Angabe als Range) zur Vorbereitung eines Microlearning-Formates zur Unterstützung der Leitlinienumsetzung.
Diskussionspunkt: Trotz einheitlicher Rahmenbedingungen scheinen Standort- und teambezogene Faktoren den Grad der Leitlinienumsetzung stark zu beeinflussen. Unsere Inhouse-Routinedatenanalyse zeigt erstmals, dass Heterogenität der Behandlungsqualität auch innerhalb homogener MVZ-Strukturen besteht.
Basierend auf den Ergebnissen wurde ein „Lernsnack“ entwickelt, der aktuelles Leitlinienwissen „leicht verdaulich“ komprimiert vermittelt, Abweichungen von der Leitlinie vor dem Hintergrund unserer Daten thematisiert und den Ärzt:innen des MVZ-Verbundes in digitaler Form zur Verfügung stellt.
Inhalt: Aus dem Praxisverwaltungssystem wurden Daten aus dem Jahr 2024 von 104.221 Patient:innen aus über 40 MVZ-Standorten ausgewertet, davon 30.494 mit dokumentierter Hypertonie; mit deutlicher Standortvariabilität bei den Qualitätsindikatoren Prävalenz (4,9%–42,8%), regelmäßige Blutdruckmessungen (41,4%–96,5%), Langzeit-RR-Messungen (2,1%–32,3%) und ARRIBA-Nutzung (0%–21,6%). Eine medikamentöse Therapie erhielten 78,4% (51,7%–93%), meist mit drei (37,3%), zwei (19,5%) oder einem (21,5%) Antihypertensivum. Häufig verordnet wurden Ramipril (n=9.627) oder Candesartan (n=5.847), Bisoprolol (n=7.898) und Amlodipin (n=7.244); seltener kamen HCT (n=1.459), Moxonidin (n=1.636), Urapidil (n=599) u.a. zum Einsatz.
Take Home Message für die Praxis: Auch unter einheitlichen MVZ-Rahmenbedingungen variiert die Hypertonieversorgung stark. Die systematische Auswertung und transparente Rückmeldung als Lernsnack gestaltet Gesundheit praxisnah und begegnet gesellschaftlichen Herausforderungen.
Interessenkonflikte: Keine



