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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Risikobewusstsein gegenüber Interessenkonflikten von Medizinstudierenden in Deutschland: eine repräsentative Umfrage

Sven Germscheid - Universitätsmedizin Mainz, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Mainz, Deutschland
Hannah Kuhn - Universitätsmedizin Mainz, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Mainz, Deutschland
Franziska Deutschmann - Universitätsmedizin Mainz, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Mainz, Deutschland
Nadine Dreimüller - Universitätsmedizin Mainz, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Mainz, Deutschland
Klaus Lieb - Universitätsmedizin Mainz, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Mainz, Deutschland

Text

Hintergrund: Interessenkonflikte in der Medizin bieten Risikokonstellationen, dass primäre durch sekundäre Interessen beeinflusst werden. Ein Bewusstsein dafür bietet die Basis für professionelles Handeln. Diese Kompetenz sollte früh in der Ausbildung vermittelt werden, da aktuelle Forschung zeigt, dass Medizinstudierende noch wenig Erfahrung haben und bereits mit Interessenvertretungen der Pharmaindustrie konfrontiert werden. Trotz der Aufnahme des Umgangs mit Interessenkonflikten in den Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin (NKLM) gibt es in Deutschland bisher keine einheitlichen Konzepte zur Vermittlung von Kompetenzen in diesem Bereich.

Zielsetzung/Fragestellung: Untersucht wird der Wissensstand zu Interessenkonflikten unter Medizinstudierenden und das Risikobewusstsein von Medizinstudierenden in Deutschland. Ziel ist es, auf Basis der Ergebnisse Impulse für eine systematische Integration des Themas in die medizinische Ausbildung abzuleiten.

Material & Methoden: Im Wintersemester 2025/26 befragte die AG Interessenkonflikte der Universitätsmedizin Mainz Medizinstudierende verschiedener deutscher Fakultäten mittels eines Online‑Fragebogens bezüglich Ihres Wissens und Ihren Wahrnehmungen zu Interessenkonflikten. Insgesamt nahmen 951 Studierende an der Befragung teil.

Ergebnisse: Es wird erwartet, dass viele Studierende bereits mit Interessenvertretungen konfrontiert werden, sie sich aber nicht ausreichend auf den Kontakt vorbereitet fühlen. Zugleich besteht Lernbedarf im Umgang mit Interessenkonflikten.

Diskussion: Erforderlich sind ein gemeinsames Problembewusstsein an den Fakultäten und bundesweit einheitliche Lernkonzepte zum Umgang mit Interessenkonflikten.

Take Home Message für die Praxis: Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der bewusste Umgang mit Interessenkonflikten frühzeitig in der medizinischen Ausbildung verankert werden muss. Medizinische Fakultäten sollten verbindliche Lernziele und praxisnahe Lehrformate etablieren, die Reflexionsfähigkeit und Handlungssicherheit im Umgang mit externen Einflüssen fördern. Nur durch eine systematische Verankerung dieses Themas kann langfristig professionelles und patientenorientiertes Handeln gestärkt werden.

Interessenkonflikte: Prof. Dr. Klaus Lieb leitet die Arbeitsgruppe Interessenkonflikte der Universitätsmedizin Mainz, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Alle Autoren sind Mitglieder der Arbeitsgruppe.

PD Dr. Nadine Dreimüller arbeitet in der Curriculumsentwicklung/Medizindidaktik der Universitätsmedizin Mainz, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

Sven Germscheid ist Medizinstudent der Johannes-Gutenberg Universität Mainz.