Gesundheit gestalten
Gesundheit gestalten
Versorgungsbarrieren aus Sicht von Betroffenen postinfektiöser Erkrankungen, Lösungswege und mögliche Ansätze für ein gelingendes Care- und Case-Management des Integrated Multiprofessional Primary Care-based Model for seriously affected patients with Post-Infection Syndrom (INCAP)
Text
Hintergrund: Etwa 5% der Bevölkerung leiden an den Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion. Das Krankheitsbild von Post COVID umfasst ein breites Spektrum möglicher Langzeitfolgen. Vergleichbare Verläufe treten auch nach anderen Virusinfektionen auf und werden als Post-Acute Infection Syndromes (PAIS) zusammengefasst, einschließlich Myalgische Enzephalomyelitis/ Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS).
Zur Verbesserung der Versorgung veröffentlichte der G-BA im Mai 2024 eine Richtlinie zur strukturierten Versorgung von Post COVID und ähnlichen Erkrankungen. Dennoch bestehen weiterhin Defizite in Versorgungskonzepten sowie Unsicherheiten im hausärztlichen Umgang.
Für die Weiterentwicklung von Versorgungsstrukturen ist die Perspektive von Betroffenen und Angehörigen zentral. Ihre frühzeitige Einbindung ermöglicht die Identifikation relevanter Bedarfe und unterstützt zielgerichtete Versorgungsansätze.
Zielsetzung/Fragestellung: Welche Versorgungsbarrieren werden aus der Sicht Betroffener wahrgenommen und welche Ansätze ergeben sich daraus für ein gelingendes Care und Case Management?
Diskussionspunkt: Fehlende Versorgungsstrukturen werden als wesentliche Belastung wahrgenommen. Im Workshop sollen diese Defizite sichtbar gemacht und gemeinsam Lösungsansätze entwickelt werden.
Zielgruppe: Der Inhalt des Workshops richtet sich an direkt und indirekt Betroffene (Patient:innen, Angehörige, Patient:innenvertretungen) und Behandelnde (Hausärzt:innen und alle weiteren am Versorgungsprozess beteiligte Personen)
Didaktische Methode/n: Nach einer kurzen Input-Phase und Vorstellung des Projekts INCAP werden in vier Kleingruppen im Sinne eines „World Cafés“ Versorgungsbarrieren identifiziert. Die Teilnehmenden wechseln die Gruppen um unterschiedliche Perspektiven einzubringen und konkrete Versorgungsbedarfe zu formulieren. Abschließend werden die Ergebnisse im Plenum präsentiert und diskutiert.
Take Home Message für die Praxis: Versorgungsbarrieren bei postinfektiösen Syndromen sind vielfältig – ihre systematische Erfassung aus Patient:innenperspektive ist entscheidend für eine bedarfsgerechte Versorgung und ein wirksames Care und Case Management.
Kurzvorstellung des/r Workshop-leitenden Person/en: Julia Hüttlin/ Care und Case Managerin, BA Management im Gesundheitswesen, Institut für Allgemeinmedizin Universitätsklinikum Freiburg; Yvonne Pester/ Care und Case Managerin, BScN Pflegewissenschaft, Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung Uniklinikum Heidelberg; Lisa Specht/ Ärztin und akademische Mitarbeiterin, Institut für Allgemeinmedizin Universitätsklinikum Freiburg; Maja Börger/ Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Allgemeinmedizin Universitätsklinikum Freiburg; Prof. Dr. Andy Maun/ Leitung Institut für Allgemeinmedizin Universitätsklinikum Freiburg
Geschätzte Anzahl Teilnehmern/innen: ca. 20
Interessenkonflikte: Es bestehen keine Interessenskonflikte.
Literatur
[1] Hammer S. et al. „Im Endeffekt ist man auf sich allein gestellt.“ Eine qualitative Analyse von Versorgungsbarrieren aus der Sicht Long-COVID-Betroffener. Z Evid Fortbild Qual Gesundh wesen (ZEFQ). 2025;(193): 8-17. DOI: 10.1016/j.zefq.2025.01.006[2] Gloeckl R, Rischer R, Schneeberger T, Jarosch I, Blome C, Koczulla R. Versorgungssituation von 3345 Long-COVID-Betroffenen in Deutschland: Ergebnisse einer bundesweiten Befragung. Pneumologie. 2026 Apr;80(4):283-289. German. DOI: 10.1055/a-2725-5650
[3] Gemeinsamer Bundesausschuss. Richtlinie über eine berufsgruppenübergreifende, koordinierte und strukturierte Versorgung für Versicherte mit Verdacht auf Long-COVID und Erkrankungen, die eine ähnliche Ursache oder Krankheitsausprägung aufweisen – LongCOV-RL. GBA;2024. Available from: https://www.g-ba.de/richtlinien/141/



