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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Gesundheitskompetenz in der Versorgung postakuter Infektionssyndrome: eine qualitative Interviewstudie mit Patient:innen

Elena Biehler - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Sandra Stengel - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Rahel Weber - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Regina Poß-Doering - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Michel Wensing - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland

Text

Hintergrund: Postakute Infektionssyndrome (PAIS) haben infolge der COVID-19-Pandemie stark an Bedeutung gewonnen. Sie gehen mit anhaltender Fatigue, Dyspnoe und Schmerzen einher, können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen und stellen eine große Herausforderung für die Gesundheitsversorgung dar. Es besteht Einigkeit, dass eine koordinierte Versorgung notwendig ist, um eine bedarfsgerechte Behandlung zu gewährleisten. Die im Dezember 2023 verabschiedete Long-COVID-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses bietet dazu erstmals einen Rahmen und betont die Förderung von Gesundheitskompetenz als zentrale Säule, die entscheidend ist, um Patient:innen Orientierung, Informationsbewertung und -nutzung in komplexen Versorgungssituationen wie PAIS zu ermöglichen und ihr Selbstmanagement zu stärken. Trotz ihrer Relevanz ist bislang unzureichend untersucht, wie ausgeprägt Gesundheitskompetenz bei Menschen mit PAIS ist, welche Faktoren sie beeinflusst und wie Unterstützungsangebote wahrgenommen werden.

Zielsetzung/Fragestellung: Im Rahmen einer qualitativen Interviewstudie wird untersucht, wie Gesundheitskompetenz von Patient:innen mit PAIS erlebt wird und welche Rolle sie für Interaktionen und Entscheidungsprozesse aus deren Sicht in der Versorgung spielt.

Material & Methoden: Leitfadengestützte Interviews (n≈15) mit Patient:innen aus mehreren PAIS-Projekten der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Heidelberg werden im Rahmen einer Sekundäranalyse ausgewertet. Die Daten werden inhaltsanalytisch angelehnt an die Thematic Analysis zu den Themen ‚Gesundheitskompetenz‘, sowie ‚Unterstützungsangebote‘ ausgewertet.

Ergebnisse: Die Sekundäranalyse ist zum Zeitpunkt der Einreichung noch nicht abgeschlossen. Es wird angenommen, dass individuelle und strukturelle Faktoren die Wahrnehmung und Auswirkung von Gesundheitskompetenz beeinflussen und Unterstützungsangebote eher selten erfolgen.

Diskussion: Die Analyse liefert Einblicke in Versorgungserfahrungen und Entscheidungsprozesse von Patient:innen mit PAIS und gibt Hinweise darauf, wie Gesundheitskompetenz gezielt gestärkt und Unterstützungsangebote gestaltet werden können.

Take Home Message für die Praxis: Die Analyse von Gesundheitskompetenz trägt dazu bei, den Unterstützungsbedarf von Patient:innen mit PAIS zu verstehen und Maßnahmen gezielt zu entwickeln.

Interessenkonflikte: Keine