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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Partizipative Entwicklung einer Web-App zur Stärkung der Selbstmanagement- und Gesundheitskompetenzen von Langzeitüberlebenden nach Krebserkrankungen – Erkenntnisse aus Design-Thinking-Workshops

Tessa Schulenkorf - Universität Siegen, Philosophische Fakultät, Seminar für Sozialwissenschaften, Siegen, Deutschland
Kübra Annac - Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Department für Humanmedizin, Witten, Deutschland
Anna Audia - Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Department für Humanmedizin, Witten, Deutschland
Claudia Dehmel - Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Medizinische Psychologie, Greifswald, Deutschland
Richard Specht - Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Medizinische Psychologie, Greifswald, Deutschland
Christoph Dockweiler - Universität Siegen, Philosophische Fakultät, Seminar für Sozialwissenschaften, Siegen, Deutschland
Corinna Bergelt - Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Medizinische Psychologie, Greifswald, Deutschland
Fabian Erdsiek - Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Department für Humanmedizin, Witten, Deutschland
Yüce Yilmaz-Aslan - Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Department für Humanmedizin, Witten, Deutschland
Patrick Brzoska - Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Department für Humanmedizin, Witten, Deutschland

Text

Hintergrund: Viele Langzeitüberlebenden nach einer Krebserkrankung sind mit physischen, psychischen und sozialen Folgen der Erkrankung und Behandlung konfrontiert. Digitale Angebote können dabei unterstützen, den Umgang mit Spätfolgen selbstbestimmt und gesundheitskompetent zu gestalten. Damit solche Angebote effektiv genutzt werden, müssen sie die Bedürfnisse der Betroffenen berücksichtigen und in der Zielgruppe Akzeptanz finden. Das Projekt setzt hier an und entwickelt partizipativ ein digitales Angebot.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist die Identifikation der Anforderungen von Langzeitüberlebenden nach Krebs an eine digitale Unterstützungsanwendung sowie die Nutzung eines partizipativen Co-Design-Prozesses zur systematischen Integration dieser Bedarfe in die Entwicklung des digitalen Angebots, um die Selbstmanagement- und Gesundheitskompetenzen zu fördern.

Material & Methoden: Die partizipative Entwicklung der Web-App erfolgte in vier Design-Thinking-Workshops mit nmax=8 Co-Forschenden, nmax=8 Wissenschaftler:innen, nmax=2 Softwareentwicklern und nmax=1 organisationaler Interessensvertretung. Die Bedarfe wurden thematisch geclustert und gemeinsam mit dem Softwareentwicklern hinsichtlich technischer Realisierbarkeit, Usability und User Experience diskutiert. Die Festlegung der Inhalte des digitalen Angebots erfolgte konsensual mithilfe eines Priorisierungsverfahrens (MoSCoW-Methode).

Ergebnisse: Die Ergebnisse verdeutlichen die Bedeutung eines niedrigschwelligen Zugangs für die Akzeptanz digitaler Angebote. Die identifizierten Nutzer:innenbedürfnisse in Bezug auf Gestaltung und Funktionalitäten umfassen ein Angebotsverzeichnis, einen Veranstaltungskalender, einen Blog, ein Glossar, einen (News-)Feed, ein Forum sowie eine Schlagwortsuche. Inhaltlich bestehen Bedarfe in den Themenbereichen Soziales, rechtliche Aspekte, Lebensstil, Gesundheitskompetenz sowie psychische und körperliche Gesundheit.

Diskussion: Die Erkenntnisse über das Zusammenspiel technischer Rahmenbedingungen, inhaltlicher Ausgestaltung und individueller Bedarfe liefern Hinweise für die nutzerzentrierte und akzeptanzfördernde Gestaltung digitaler Unterstützungsangebote für Langzeitüberlebende nach Krebserkrankungen. Die Ergebnisse versprechen Impulse für die Weiterentwicklung digitaler Versorgungsmodelle und deren nachhaltige Integration in die gesundheitliche Regelversorgung.

Take Home Message für die Praxis: Partizipative Methoden wie gemeinsame Design-Thinking-Workshops ermöglichen es, Erkenntnisse zur nutzerzentrierten und akzeptanzfördernden Gestaltung digitaler Versorgungsangebote zu gewinnen.

Interessenkonflikte: Keine