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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

App-basiertes Selbstmanagementprogramm für Menschen mit Fatigue und Konzentrationsstörungen (DiEgO): Protokoll für die partizipative Entwicklung, Pilotphase und qualitative Prozessevaluation

Tim Schmachtenberg - Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Allgemeinmedizin, Göttingen, Deutschland; Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Immunologie und Rheumatologie, Hannover, Deutschland
Frank Müller - Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Allgemeinmedizin, Göttingen, Deutschland
Alexandra Dopfer-Jablonka - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Immunologie und Rheumatologie, Hannover, Deutschland; Regionales Kooperatives Rheumazentrum Niedersachsen e.V., Deutschland
Andrea Stölting - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Immunologie und Rheumatologie, Hannover, Deutschland; Regionales Kooperatives Rheumazentrum Niedersachsen e.V., Deutschland
Torge Christian Wittke - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Immunologie und Rheumatologie, Hannover, Deutschland; Regionales Kooperatives Rheumazentrum Niedersachsen e.V., Deutschland

Text

Hintergrund: Fatigue ist ein häufiges Symptom sowohl beim Post-COVID-Syndrom (PCS) als auch bei chronisch-entzündlichen rheumatischen Erkrankungen und geht mit körperlichen, kognitiven und psychischen Beeinträchtigungen einher, die die Lebensqualität mindern. Evidenzbasierte Behandlungsansätze sind nach wie vor begrenzt.

Zielsetzung/Fragestellung: Die DiEgO-Studie soll durch die Entwicklung einer interaktiven Selbstmanagement-Applikation für Menschen mit Fatigue und Konzentrationsstörungen einen evidenbasierten Behandlungsansatz bereitstellen und die Versorgungssituation von Betroffenen verbessern.

Material & Methoden: Diese Studie kombiniert einen partizipativen Forschungsansatz mit qualitativen Erhebungs- und Auswertungsmethoden (Einzelinterviews, inhaltlich strukturierende Inhaltsanalyse). Ein Entwicklungsteam aus 7 PCS-Betroffenen, 2 Ergotherapeutinnen und 4 akademisch Forschenden hat die Intervention in drei iterativen Test- und Anpassungsschleifen gemeinsam im Rahmen von Forschungswerkstätten entwickelt. Die entwickelten Inhalte der App wurden anschließend von 20 Patient:innen mit rheumatischer Fatigue getestet, die die zugelosten Therapieeinheiten entweder mit Unterstützung einer Ergotherapeutin (15) oder eigenständig (5) durchgeführt haben. Die Evaluation umfasste qualitative Interviews mit 19 Teilnehmenden der Testungen, um die Benutzerfreundlichkeit, Durchführbarkeit und Akzeptanz zu bewerten. Darüber hinaus wurde der partizipative Entwicklungsprozess durch teilnehmende Beobachtungen (bzgl. der Forschungswerkstätten) und Interviews mit den Mitgliedern des Entwicklungsteams reflexiv evaluiert.

Ergebnisse: Die DiEgO-Studie hat eine Selbstmanagement-App mit ergotherapeutischen und bewegungstherapeutischen Inhalten sowie Entspannungsverfahren für Menschen mit Fatigue und Konzentrationsstörungen entwickelt.

Diskussion: Das partizipative Design, bei dem Betroffene und Ergotherapeutinnen während des gesamten Entwicklungsprozesses einbezogen wurden, kann dazu beitragen, die Akzeptanz, Machbarkeit, Nützlichkeit und Praxistauglichkeit der digitalen Anwendung zu erhöhen. Durch die Bereitstellung eines flexiblen und leicht zugänglichen Selbstmanagementprogramms über eine digitale Open-Source-Plattform könnte diese Studie die Alltagskompetenzen von Menschen mit Fatigue und Konzentrationsstörungen verbessern.

Take Home Message für die Praxis: Die Beteiligung von chronisch erkankten Menschen an der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Forschungsprojekten kann gelingen, wenn man das Studendesign und die Forschungsmethoden an die Bedürfnisse von Betroffenen anpasst.

Interessenkonflikte: Keine