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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Nachhaltigkeit in der Wissenschaft: verhaltensbezogene Strategien zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen bei Konferenzen
Text
Hintergrund: Präsenzveranstaltungen wie Konferenzen und Sommerkurse, die dem wissenschaftlichen Austausch und der wissenschaftlichen Qualifikation dienen, tragen geschätzt zu einem Drittel der Treibhausgas-Emissionen aus akademischen Aktivitäten bei. Persönliche Treffen sind jedoch ein wichtiger Bestandteil der Wissenschaft. Zur Verlangsamung der globalen Erwärmung sind Strategien zur Verminderung der Treibhausgas-Emissionen auch im Bereich der Wissenschaftlich nötig. Verhaltensveränderungsmodelle wie COM-B können bei der Entwicklung solcher Strategien unterstützen, wurden bislang jedoch nur selten im Kontext von planetarer Gesundheit angewendet.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Studie war es, anhand von Daten zu Reise, Unterbringung und Verpflegung von Teilnehmer:innen einer Sommerschule aus mehr als 10 europäischen Ländern Treibhausgas-Emissionen zu berechnen, anhand des COM-B-Modells Strategien zur Reduzierung von Emissionen für die austragende Fachgesellschaft abzuleiten.
Material & Methoden: Die Emissionen wurden anhand von Sommerschulen in zwei unterschiedlichen europäischen Städten berechnet und verglichen. Anschließend wurden die Ursachen der Emissionen anhand der Hauptdimensionen des COM-B-Modells (Fähigkeit, Gelegenheit und Motivation) analysiert und Ansatzpunkte für Verhaltensänderungen identifiziert.
Ergebnisse: Die Emissionen pro Sommerschule beliefen sich insgesamt auf 41 bzw. 99 Tonnen CO2-Äquivalente, pro Teilnehmer:in waren dies im Mittel 0,334 Tonnen (SD 0,173) bzw. 0,724 Tonnen (SD 0,263). Der Großteil der Emissionen entstand durch die An- und Abreise. Anpassungen des Umfelds, Befähigung, Aufklärung, Anreize und Überzeugungsarbeit wurden als potenziell wirksame Strategien zur Verhaltensänderung identifiziert. Die Ergebnisse flossen in die Nachhaltigkeitsstrategie der austragenden Gesellschaft ein.
Diskussion: Die errechneten Emissionen überstiegen das Ziel der Europäischen Kommission für 2030 pro Person und Jahr um das 5,7- bis 16-fache. Die verhaltensorientierten Strategien auf Basis von COM-B stellen einen ersten Ansatz zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen für wissenschaftliche Präsenzveranstaltungen dar. Sie können genutzt werden, um organisationale und individuelle Strategien abzuleiten und zeigen konkrete Handlungsoptionen für (wissenschaftliche) Organisationen zur Reduktion von Emissionen auf.
Take Home Message für die Praxis: Flugreisen verursachen im Vergleich zu bodengebundenen Verkehrsmitteln überproportional viele CO2-Emissionen. Um Verhaltensänderungen zu fördern, ist vermutlich eine Kombination verschiedener Strategien erforderlich.
Interessenkonflikte: Keine



