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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
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Lehre und Praktika im Fach Allgemeinmedizin – ein Vergleich zwischen 29 europäischen Ländern
Text
Hintergrund: Für die Qualitätssicherung im Medizinstudium legt die World Federation for Medical Education globale Mindeststandards der universitären Ausbildung fest. Sie bieten den Rahmen für die Lehrplanentwicklung und lassen gleichzeitig individuellen Gestaltungsspielraum. Dies und die Unterschiede in den Gesundheitssystemen der Länder führen zu starken Unterschieden in der Gewichtung der Allgemeinmedizin (AM) in den europäischen medizinischen Curricula.
Zielsetzung/Fragestellung: Wie ist die AM in den Curricula im Medizinstudium in Europa vertreten?
Material & Methoden: Ein Online-Fragebogen (Microsoft Forms, 21 Fragen) wurde an alle 34 Mitglieder (aus 34 Ländern) des Councils der European Academy of Teaching in Family Medicine versendet. Der Fragebogen enthielt 12 geschlossene und 9 offene Fragen. Die Erhebung fand von 10/2024 bis 03/2025 statt. Insgesamt nahmen 29 Personen teil. Die Daten wurden mittels SPSS 29 ausgewertet.
Ergebnisse: In den meisten Ländern (n=27) dauert das Medizinstudium 6 Jahre. Entscheidungen über AM-Inhalte werden sowohl national (n=15) als auch regional (n=13) getroffen. Die Verantwortung liegt hier überwiegend bei den Universitäten (n=28). In 13 Ländern ist ein verpflichtendes Praktikum im AM-Setting mit einer mittleren Dauer von 3.7 Monaten integriert. Nur in 17 Ländern werden Hausärzt:innen für ihre Lehrtätigkeit bezahlt. Lernzuwachs im Praktikum wird v.a. durch Evaluation durch Lehrärzt:innen (n=25), Berichte der Studierenden (n=20) und schriftliche Prüfungen (n=17) geprüft. Kommunikative Fertigkeiten werden in 13 Ländern, klinische Skills in 18 Ländern durch Institute für Allgemeinmedizin gelehrt. Die Lehrqualität wird durch externe Akkreditierungen (n=17), Qualifikation der Lehrkräfte an der Universität/klinischen Lehrkräfte (n=17) und hausärztlichen Lehrärzt:innen (n=15) und dem Training von Lehrkräften (n=15) sichergestellt. In Nord- und Westeuropa wird häufiger interprofessionelle Lehre angeboten.
Diskussion: Verpflichtende Praktika in der AM sind im europäischen Mittel deutlich länger als in Deutschland. Länder mit stärker ausgebauten Primärversorgungssystemen haben mehr und häufiger strukturierte Lehrformate wie z.B. klinische Fertigkeitstrainings, reflexive Lernformate und eine finanzielle Vergütung von Lehrpraxen.
Take Home Message für die Praxis: Die Strukturen der AM im Studium sind in Europa vergleichbar. Umfang, Qualitätssicherung und Inhalt von Lehrmethoden unterscheiden sich und hängen mit der Rolle der AM im Gesundheitssystem zusammen.
Interessenkonflikte: Keine



