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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Überprüfung der Lernzielumsetzung in den Lehrpraxen – eine qualitative Erhebung studentischer Erfahrungen im Blockpraktikum Allgemeinmedizin

Andrea Winzer - Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Allgemeinmedizin, Mainz, Deutschland
Mareike Breinbauer - Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Allgemeinmedizin, Mainz, Deutschland
Stefan Claus - Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Allgemeinmedizin, Mainz, Deutschland

Text

Hintergrund: Das Blockpraktikum Allgemeinmedizin (BP AM) an der Universitätsmedizin Mainz umfasst das Absolvieren einer zweiwöchigen Lehrpraxis-Phase im 8. Fachsemester des Medizinstudiums. Die Erhebung positivster und negativster Erfahrungen seitens der Studierenden dient der qualitativen Evaluation der Umsetzung curricularer Lernziele.

Zielsetzung/Fragestellung: Welche positivsten und negativsten Erfahrungen berichten Studierende nach dem BP AM? Welche Rückschlüsse können auf die Lernzielumsetzung gezogen werden?

Material & Methoden: Mittels eines anonymisierten Online-Fragebogens im Mixed-Methods-Design wurden 8.-Semester-Studierende dreier Kohorten (Wintersemester 2023/24–24/25) zum BP AM befragt. Freitextantworten zu positivsten und negativsten Erfahrungen wurden mittels strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse (Software: MAXQDA Analytics 2024) kodiert und analysiert.

Ergebnisse: Von 598 Studierenden antworteten 286 (Rücklaufquote 48%). Das Praktikum wurde mehrheitlich mit „gut“ (30%) oder „sehr gut“ (37%) bewertet. Aus den Antworten lassen sich 338 positivste und 297 negativste Erfahrungen extrahieren. Als positivste Erfahrung mit Lernzielbezug dominiert die eigenständige Patientenbetreuung (n=69), gefolgt vom Üben und Erweitern ärztlicher Fertigkeiten (n=31) sowie einem Wissens-, Lern- und Kompetenzzuwachs (n=30). Auch Hausbesuche und strukturiertes lehrärztliches Feedback (je n=23) wurden positiv hervorgehoben. Negativ bewertet wurden primär eine schlechte lehrärztliche Praktikumsstruktur oder Aufgabenzuweisung (n=29) und geringe bzw. keine eigenständige Patientenbetreuung (n=24).

Diskussion: Eigenständige Patientenbetreuung unter lehrärztlicher Aufsicht stellt das vorrangige Lernziel im BP AM dar. Die Benennung eigenständiger Patientenbetreuung als häufigste positivste Erfahrung kann als ein Indiz für die Realisierung eines kompetenzorientierten BP AM im Sinne des didaktischen Prinzips „Constructive Alignement“ gewertet werden. Gleichzeitig verdeutlicht das Verwehren eigenständiger Patientenbetreuung als negativste Erfahrung die heterogene Lehrqualität dahingehend, dass die ambulante Infrastruktur als Lehr-/Lernsetting während des BP AM und die daran gebundenen Lernziele zu einem Teil ungenutzt bleiben.

Take Home Message für die Praxis: Die qualitative Erhebung von studentischen Erfahrungen ohne Antwortvorgaben ist ein wertvolles Instrument, um die Qualität der Lernzielumsetzung in Lehrpraxen differenziert zu bewerten. Optimierungspotenziale sowohl in der Praktikumsstruktur als auch hinsichtlich der Lehrendenqualifizierung können identifizieren werden.

Interessenkonflikte: Keine