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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Implementierung und Evaluation einer interprofessionellen Maßnahme zur Verbesserung der diversitätssensiblen Kommunikation und Teamzufriedenheit im Krankenhaus – Diversitätsdienstag

Johann Kornowski - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Gynäkologie, Hamburg, Deutschland
Nane Buhk - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Gynäkologie, Hamburg, Deutschland
Jennifer Schneider - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Gynäkologie, Hamburg, Deutschland
Josephine Hill - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Biochemie und molekulare Zellbiologie, Hamburg, Deutschland
Sidra Khan-Gökkaya - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Beauftragte für Migration, Integration und Anti-Rassismus, Hamburg, Deutschland
Sinja Friedl - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Zentrum für Operative Medizin, Hamburg, Deutschland
Caroline Agricola - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hebammenwissenschaft, Hamburg, Deutschland
Susanne Klotz - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Arbeitsbereich Physiotherapie, Hamburg, Deutschland
Simone Kühn - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Hamburg, Deutschland
Stephan Hess - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Gynäkologie, Hamburg, Deutschland
Theda Borde - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Gynäkologie CVK, Berlin, Deutschland
Sybill Schulz - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Gynäkologie CVK, Berlin, Deutschland
Anthea Backfisch - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Gynäkologie CVK, Berlin, Deutschland
Jalid Sehouli - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Gynäkologie CVK, Berlin, Deutschland
Martin Härter - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie, Hamburg, Deutschland
Barbara Schmalfeldt - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Gynäkologie, Hamburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Diversitätsbedingte Versorgungsbarrieren beeinflussen Kommunikation, Entscheidungsprozesse und Teamarbeit im klinischen Alltag. Gleichzeitig fehlen häufig strukturierte Räume, um Unsicherheiten, Diskriminierungserfahrungen und komplexe Situationen interprofessionell zu reflektieren.

Zielsetzung/Fragestellung: Es wurde untersucht, ob ein regelmäßig verankertes interprofessionelles Reflexionsformat die diversitätssensible Versorgung, das Teamverständnis und die wahrgenommene Arbeitsbelastung positiv beeinflusst.

Material & Methoden: Auf einer gynäkologischen Station wurde - unterstützt durch das bundesweite Programm „Empowerment für Diversität“ - der wöchentliche „Diversitätsdienstag“ als 20-minütige interprofessionelle Fallkonferenz implementiert. Teilnehmende waren Ärzt:innen, Pflegekräfte sowie Pflegefachpersonen in Anpassungsqualifikation. Die Evaluation erfolgte prospektiv mit drei Messzeitpunkten (T0, T1, T2) vor Einführung sowie nach drei und sechs Monaten. Erfasst wurden teambezogene Einschätzungen und wahrgenommene Arbeitsbelastung mittels eigens entwickelter Likert-Skalen (1-5), z. B. zur Teamzufriedenheit und zum wahrgenommenen Bewusstsein für Diversitätsaspekte. Zusätzlich wurde die validierte Everyday Discrimination Scale zur Erhebung subjektiv erlebter Diskriminierung eingesetzt. Ergänzend wurden qualitative Interviews mit Pflegekräften und Ärzt:innen geführt, um förderliche Faktoren und Optimierungsbedarfe zu identifizieren.

Ergebnisse: Der Diversitätsdienstag wurde stabil in den Stationsalltag integriert. Die quantitativen Daten zeigten im Verlauf eine Zunahme der Teamzufriedenheit sowie ein gesteigertes wahrgenommenes Bewusstsein für Diversitätsaspekte. Mitarbeitende berichteten, dass durch gebündelte Fallbesprechungen wiederkehrende Themen frühzeitig adressiert wurden, wodurch sich im Alltag Zeit einsparen ließ. Qualitative Analysen zeigten, dass der geschützte Rahmen den offenen Austausch über Unsicherheiten, Diskriminierungserfahrungen und kommunikative Herausforderungen erleichterte und das interprofessionelle Verständnis stärkte.

Diskussion: Regelmäßig verankerte, kurze Reflexionsformate können Teamkommunikation, Versorgungssicherheit und diversitätssensible Praxis verbessern. Strukturierte gemeinsame Fallreflexion wirkt präventiv belastungsreduzierend und unterstützt effizientere Versorgungsabläufe.

Take Home Message für die Praxis: Kurze, feste interprofessionelle Reflexionsformate im Stationsalltag können Teamklima, Kommunikationsqualität und Diversitätsbewusstsein für eine gleichheitliche Versorgung nachhaltig stärken.

Interessenkonflikte: Keine